Die Aktivität im US-Dienstleistungssektor hat sich im August weiter beschleunigt. Der vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für den Nicht-Industriesektor (Non-Manufacturing PMI) stieg auf 55,4 Punkte von 54,1 Punkten im Juli. Der Wert lag damit über den von Reuters befragten Ökonomen erwarteten 54,2 Punkten und markierte den stärksten Anstieg seit Februar 2023.
Die Neuaufträge, ein zentraler Treiber der Entwicklung, legten auf 60,9 Punkte zu von 57,2 Punkten und erreichten damit den höchsten Stand seit Anfang 2023. Der Indikator für die Lieferzeiten der Zulieferer sank auf 51,3 Punkte von 52,8 Punkten, was auf eine bereits 21 Monate anhaltende Verlangsamung der Lieferzeiten hindeutet. Die von den Unternehmen gezahlten Einkaufspreise stiegen auf 72,6 Punkte von 70,3 Punkten und unterstrichen damit die anhaltenden Kostendrucke im Sektor. Die Beschäftigung blieb mit 47,8 Punkten nahezu unverändert und signalisierte weiterhin eine schwache Arbeitsmarktlage.
Der Leitzinssatz der US-Notenbank Fed liegt aktuell in einer Spanne von 3,50% bis 3,75%. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses ist für den 15. und 16. September angesetzt. Gemäss dem FedWatch-Tool von CME Group haben die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 64% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei diesem Treffen eingepreist. Fed-Präsident Kevin Warsh warnte letzte Woche, die Notenbank werde «weiterhin Handlungsbedarf haben», falls die Inflation nicht nachhaltig auf ihr 2%-Ziel zurückkehre.
Von Reuters befragte Ökonomen gehen davon aus, dass das US-Arbeitsministerium für August einen Anstieg der ausserlandwirtschaftlichen Beschäftigung um 56.000 Stellen melden wird, nachdem im Juli überraschend ein Rückgang um 23.000 Stellen verzeichnet worden war. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt ein zentraler Faktor für geldpolitische Entscheidungen, insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder Lieferketten und geopolitischer Spannungen.
Lieferkettenengpässe, die zunächst durch Importzölle und später durch den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärft wurden, haben zu den anhaltenden Preisdrucken beigetragen. Zudem hat die jüngste Beendigung des «Temporary Protected Status» für Hunderttausende Haitianer Besorgnis über mögliche Arbeitsmarktstörungen ausgelöst – auch wenn sich deren direkter Einfluss auf die August-Daten noch nicht abschätzen lässt.













