Ein US-amerikanischer Bundesrichter hat der Schauspielerin Blake Lively 407.000 US-Dollar an Rechtskosten und Kosten zugesprochen, nachdem sie erfolgreich auf einer Verleumdungsklage von Justin Baldoni in Anspruch nahm. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der 8,04 Millionen Dollar, die sie beantragt hatte.
Der Bezirksrichter Lewis Liman in Manhattan entschied am Mittwoch, dass Livies Anwaltsmannschaft einen Fall vorlegte, der "extrem gut verteidigt" war, und dass die Stundenentgelte von über 2.000 US-Dollar aufgrund der Komplexität und den hohen Risiken des Falls "nicht unangemessen" seien. Allerdings befand der Richter, dass Livies Antrag auf 8,04 Millionen US-Dollar als Erstattung übertrieben sei und die Erstattung nur auf Kosten begrenzt sei, die mit der Abwehr der diffamierenden Beschwerde von Baldoni zusammenhängen.
Der Streit entstand aus dem Film "It Ends With Us" aus dem Jahr 2023, in dem Lively mitspielte und Baldoni Regie führte. Lively klagte zunächst gegen Baldoni und dessen Produktionsfirma Wayfarer Studios wegen sexueller Belästigung und Vergeltung. Baldoni klagte Anfang 2025 wiederum wegen Verleumdung, woraufhin Livelys Klage auf Belästigung abgewiesen und alle Ansprüche gegen Baldoni zurückgenommen wurden. Es folgte eine Einigung, aber Lively erhielt dafür keine Geldleistungen. Letztendlich erwirkte sie einen Erfolg bei der Verteidigung ihrer Ansprüche gegen Baldonis Verleumdungsklage.
In seinem Urteil merkte Richter Liman an, dass es zwar erhebliche juristische Arbeit in dem Fall gegeben habe, die Rechtsverteidigung von Lively sei jedoch nicht in ausreichendem Masse rechtfertigen können – insbesondere die Kosten für Medienbeziehungen und die Verteidigung eines Antrags auf Geldbussen. Der Richter excludierte auch bestimmte Kosten aus der Berechnung. Beide Parteien hatten vorab vereinbart, die Gebührenentscheidung nicht in Berufung zu bringen.
Livies Anwälte, Michael Gottlieb und Esra Hudson, erklärten, dass der Urteil in Kalifornien im Rahmen des Gesetzes von 2023, das Beschuldigte von sexueller Belästigung vor Racheklagen gegen Rufmord schützt, „historisch“ sei und die Konsequenzen von Racheprozessen aufzeige. Baldonis Anwalt, Bryan Freedman, bezeichnete das Urteil als „deutlichen Sieg“ und unterstrich, dass das Gericht kein Werkzeug sei, um rechtliche Schritte für persönlichen Gewinn auszunutzen.












