ADVERTISEMENT
LIVE-DESK·Globale Marktredaktion·Last updated 14s ago
ADVERTISEMENT
Märkte/DevisenArticle

USA und Iran eskalieren Rhetorik – neue Sanktionen ab Montag geplant

Washington und Teheran tauschen Drohungen aus, während die USA ab Montag neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängen wollen. Der Öltransport durch die Straße von Hormus liegt weitgehend lahm.

SL
Sophie Laurent · FX & Rates Desk · 22 Aug 2026 · 05:10 · 3 Min. Lesezeit
Teilen
USA und Iran eskalieren Rhetorik – neue Sanktionen ab Montag geplant

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich am Freitag und Samstag weiter verschärft, nachdem beide Seiten harte Warnungen ausgetauscht hatten. Vorausgegangen war die Ankündigung Washingtons, ab Montag umfassende neue Wirtschaftssanktionen gegen Teheran zu verhängen.

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, die seiner Meinung nach härtesten Sanktionen der Geschichte gegen den Iran zu verhängen. Gleichzeitig forderte er China – dem Berichten zufolge 2025 mehr als 80 % der iranischen Ölexporte zuflossen – zur Einhaltung der US-Maßnahmen auf. Peking verwies seinerseits auf die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen statt punitiver Schritte. Die Eskalation erfolgt vor dem Hintergrund eines seit sechs Monaten andauernden Konflikts, der keinerlei Anzeichen einer Deeskalation erkennen lässt. Beide Seiten verschärften ihre Rhetorik zunehmend.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, bezeichnete die geplanten Sanktionen als illegitimen Versuch, exterritoriale Hoheitsrechte durchzusetzen. Auf der Social-Media-Plattform X erklärte er, solche Massnahmen hätten keine Grundlage im Völkerrecht. US-Präsident Donald Trump warnte am Freitag andere Länder davor, dem Iran in irgendeiner Form Unterstützung zu gewähren. Energieminister Chris Wright betonte unterdessen das Engagement der Regierung, die neuen Restriktionen konsequent durchzusetzen.

Parallel zur diplomatischen Konfrontation kommt es zu militärischer Aufrüstung. Generalmajor Ali Abdollahi, Stabschef der iranischen Streitkräfte, kündigte eine militärische Antwort mit "vernichtenden, bestrafenden und verheerenden" Konsequenzen an. Bereits in der Vorwoche hatte er damit gedroht, nicht autorisierte Schiffe im Transit durch die Straße von Hormus anzugreifen – ein Gebiet, in dem der Ölexport praktisch zum Erliegen gekommen ist. Die US-Streitkräfte sorgen derzeit für einen durchschnittlichen Tagesdurchsatz von 8 Millionen Barrel durch die Meerenge. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vor-Kriegsvolumina von über 20 Millionen Barrel täglich – was etwa einem Fünftel des globalen Konsums entsprach.

Euro / US Dollar

EURUSD
Full profile →
1.1684▲ 0.05%
As of 22/08/2026, 21:00:00

Der Konflikt fordert bereits schwere Opfer. Iranische Stellen berichteten von 168 getöteten Schulkindern in den ersten Kriegsstunden. Auf US-Seite gab es 18 Tote und über 750 Verletzte. Tausende weitere Todesopfer wurden auf beiden Seiten gemeldet. Irans Präsident Masoud Pezeshkian warf den USA vor, Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur angegriffen zu haben, und deutete den Konflikt als existenziellen Kampf um nationale Würde. Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf warnte indes, die militärische Stärke Irans werde ohne wirtschaftliche Stabilität wertlos – und verwies auf die Belastungen der Zivilbevölkerung durch die anhaltenden Feindseligkeiten.

Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Konfliktherd: Am Donnerstag passierten lediglich vier Frachtschiffe die Meerenge – darunter keine grossen Rohöl- oder Flüssiggas-Tanker. Der Iran droht, nicht autorisierte Schiffe anzugreifen, was Hunderte Seeleute auf blockierten Schiffen zurücklässt. Gleichzeitig hat die USA die iranische Handelsflotte in ihren Heimatgewässern praktisch blockiert und damit den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter erhöht.

Vor diesem Hintergrund reagierten die globalen Märkte mit erhöhter Unsicherheit. Gold-Futures stiegen um 1,97 % auf 4.661,60 USD, Silber und Kupfer legten um 1,33 % bzw. 1,72 % zu. Die US-Aktienindizes zeigten sich leicht freundlich: Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,98 % auf 53.277,01 Punkte, während der S&P 500 Volatility Index um 5,50 % auf 15,13 Punkte fiel. Bei den Rohöl-Notierungen gab es gemischte Signale: Brent-Futures stiegen um 0,16 % auf 93,93 USD, WTI-Futures verloren dagegen 0,22 % und notierten bei 86,64 USD.

Seit 2025 können die Vereinten Nationen keine Inspektionen in der Region mehr durchführen. Aktuelle Daten des Analysehauses Kpler unterstreichen zudem das Ausmass der Störungen bei Irans Ölexporten, die weitgehend nach China umgeleitet wurden. Die kommende Woche wird zeigen, ob die neuen US-Sanktionen Teheran zum Einlenken bewegen können – oder ob sich die Pattsituation weiter verfestigt.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von einer Finances-Review-Redakteurin bearbeitet.
ADVERTISEMENT
Artikel teilen
SL
Geschrieben von
Sophie Laurent
FX & Rates Desk

Sophie covers currency markets and central bank policy across Europe, with a focus on how rate decisions ripple through FX pairs. She has been tracking the ECB's policy path since the start of the current easing cycle.

Mehr von Sophie Laurent →
ADVERTISEMENT
ADVERTISEMENT