Die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit stieg am Donnerstag auf 4,688 % und schwächte damit die Wirkung der koordinierten Yen-Kaufintervention von US-Finanzminister Scott Bessent vom 30. Juli ab – der ersten solchen Massnahme seit 1998.
Die Zehnjahresrendite legte im Handelstag um 0,75 % zu und ist seit Monatsbeginn um 1,96 % gestiegen. Damit nähert sie sich dem 52-Wochen-Hoch von 4,748 %. Die Dreissigjahresrendite erreichte vor Bekanntgabe der Verdopplung der Rückkaufprogramme für langlaufende Papiere durch das US-Finanzministerium das höchste Niveau seit 2007, bevor sie auf 5,19 % zurückfiel. Die Fünfjahresrendite stieg auf 4,394 %, während die Dreimonatsrendite bei 3,797 % stabil blieb.
Die Intervention Japans, die darauf abzielte, den Yen nahe 164 Yen pro Dollar zu stabilisieren, zeigt bisher nur begrenzte Wirkung. Die Währung hat sich seither auf 158,62 Yen abgeschwächt und liegt damit 158 Pips über der von Bank of America geschätzten erneuten Interventionsschwelle bei 160,00. BofA geht davon aus, dass der Yen bis Jahresende weiter auf 152 fallen könnte, unter anderem aufgrund anhaltender fiskalischer Risiken.
Die Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Rückkaufprogramme ab dem 19. August auf mindestens 4 Mrd. Dollar pro Sitzung für Papiere mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren zu verdoppeln, konnte den Anstieg der langlaufenden Renditen kaum bremsen. J.P. Morgan bezeichnete die Rückkaufvolumina als "vernachlässigbar in einem Markt von 32,2 Billionen Dollar" und unterstrich damit die begrenzte Wirkung dieser Massnahme.
Die Marktpreise deuten nun mit 76 % Wahrscheinlichkeit auf eine Zinserhöhung der Bank of Japan im September hin – gegenüber 24 % am 30. Juli. Vor dem Hintergrund anhaltender Inflationsdrucke bleibt die makroökonomische Lage angespannt, zumal die US-Staatsverschuldung die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten hat und der Brent-Ölpreis bei über 91 Dollar pro Barrel liegt, unter anderem wegen der Spannungen im Strasse von Hormuz.
Analysten gehen davon aus, dass künftige Yen-Interventionen möglicherweise grösser dimensionierte Massnahmen erfordern könnten, möglicherweise unter Einbindung des SOMA-Kontos der US-Notenbank, um eine spürbare Wirkung zu erzielen.












