Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat während einer möglichen zweiten Amtszeit vier Möglichkeiten, Mitglieder in den Verwaltungsrat der US-Notenbank zu benennen. Dadurch könnte er seine Einflussnahme auf die US-Geldpolitik verstärken. Der sieben Mitglieder starke Rat, der für die Zinsentscheidungen verantwortlich ist, fungiert mit abwechselnden 14-jährigen Legislaturen, um ihn vor politischem Druck zu schützen.
Das Gremium hat derzeit zwei frei stehende Plätze, darunter einen, den Lisa Cook innehat. Ihre Ernennung durch Präsident Joe Biden endet 2038. Trump versuchte bereits, Cook im Jahr 2025 zurückzusetzen, und der weisse Haus hat für Mittwoch eine Frist gesetzt, bis sie auf einen Brief mit Argumenten für deren Entfernung antworten muss. Cook hat sich zu diesem Thema nicht öffentlich geäussert.
Die Führungsstruktur der Fed umfasst sieben Gouverneure und 12 Präsidenten regionaler Banken, von denen fünf bei jeder Sitzung über die Zinspolitik abstimmen. Die Zentralbank führt jährlich acht Sitzungen zur Festlegung der Zinssätze. Seit seiner Ernennung zum Vorsitzenden der Fed im Mai hat Kevin Warsh im Vergleich zu seinem Vorgänger Jerome Powell, der die Behörde mehr als acht Jahre geleitet hatte, eine unklare Position bezüglich künftiger Zinsentscheidungen angenommen. Powell war bis
Trumps potenzielle Einfluss reicht über Cooks Amtszeit hinaus. Philip Jeffersons Amtszeit endet 2036, während Jerome Powells restlicher Amtszeit als Direktor des Vorstands Mitte 2028 abgelaufen ist – somit das letzte volle Jahr einer potenziellen zweiten Amtszeit Trumps. Die Stelle des Präsidenten der Fed von Atlanta ist seit dem 28. Februar frei, was eine weitere potenzielle Vakanz nach sich zieht.
Auf einer Besprechung im Weissen Haus Ende Mai wurden Trump und Warsh zusammen fotografiert, obwohl Warsh seither vermied, Hinweise auf die zukünftige Zinspolitik zu geben. Die regionalen Präsidenten der Fed haben sich ebenfalls gegen Zinsschritte ausgesprochen, wobei drei bei der Sitzung vom 28. bis 29. Juli – der zweiten unter Warschs Führung – gegen einen unveränderten Kurs stimmten.
Die Unabhängigkeit des Board bleibt ein wichtiges Element der US-Geldpolitik, obwohl Trump dessen Zusammensetzung bereits zuvor kritisiert hat und sie als "ein bisschen feindselig" bezeichnet hat. Er bezog sich darauf: "Ich weiss, dass er gerne niedrigere Zinssätze sehen würde. Aber er hat einen Rat, und er ist ein politischer Rat."












