Taiwan hat seine Prognose für das Bruttoinlandsproduktwachstum im Jahr 2026 auf 11,05 % angehoben – gegenüber zuvor 10,1 % – wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Als Gründe nannte sie eine Erholung der globalen Halbleiternachfrage sowie einen Anstieg der inländischen Investitionen.
Das Wirtschaftsministerium beließ seine Wachstumsprognose für 2025 unverändert bei 3,28 %, wie bereits im November zuvor. Die Aufstockung für 2026 spiegelt die Erwartung einer nachhaltigen Erholung des für die Inselwirtschaft zentralen Elektroniksektors wider, der rund ein Drittel des BIP ausmacht.
Taiwans Wirtschaft, die stark von Technologieexporten abhängt, profitiert von einem deutlichen Anstieg der Bestellungen für KI-bezogene Chips, insbesondere aus den USA und Asien. Die Regierung verwies zudem auf stärker als erwartete Inlandsinvestitionen in Infrastruktur und Produktionskapazitäten als weitere Faktoren für die revidierte Prognose.
Die Einschätzung fällt in eine Phase allgemeiner Zuversicht hinsichtlich der globalen Halbleiterzyklen, doch bestehen weiterhin Risiken durch geopolitische Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum sowie mögliche Lieferkettenstörungen. Eine Aufschlüsselung der Sektorenbeiträge zur angehobenen Prognose lieferte das Ministerium nicht.
Die taiwanesische Zentralbank verfolgt weiterhin eine vorsichtige Geldpolitik, die Wachstumsimpulse mit Inflationskontrolle in Einklang bringt. Die angehobene BIP-Prognose könnte zwar künftige geldpolitische Entscheidungen beeinflussen, doch sind unmittelbare Zinsänderungen vorerst nicht zu erwarten.


