Die Schweizer Industrieexporteure warnen, dass eine zunehmende Zollabweichung gegenüber der Europäischen Union ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt unterminieren könnte. Dies geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage hervor. Die Industrievereinigung Swissmem berichtet, dass der 12,5-Prozent-Zoll, den Washington seit Ende Juli auf Schweizer Waren erhebt, die lokalen Hersteller benachteiligt im Vergleich zu Wettbewerbern aus der EU, denen nur ein Zoll in Höhe von 2,5 Prozent zahlen müssen.
Die Umfrage unter Schweizer Industrieunternehmen ergab, dass mehr als die Hälfte der Antwortenden die Auswirkungen der Zölle auf die Gewinnmargen absorbierten und die Kosten nicht an US-Kunden weitergaben. Nur 42 % konnten die zusätzlichen Kosten an amerikanische Käufer weitergeben, während 5,3 % der Unternehmen einen Rückgang der Exporte in die USA im ersten Halbjahr 2026 meldeten. Martin Hirzel, Präsident von Swissmem, betonte die Risiken einer andauernden Handelskonfrontation und erklärte, dass das Zolldifferenzial und laufende Untersuchungen der USA im Bereich der industriellen Überkapazität die Schweizer Exporteure weiter belasten könnten.
Hirzel warnte, dass die Verlagerung der Produktion in die USA wegen des Mangel an qualifizierter Arbeitskraft in den USA keine viable Lösung ist. Er fügte hinzu, dass es unverändert wichtig sei, ein Abkommen zu erzielen, das sicherstellt, dass Schweizer Unternehmen nicht gegenüber EU-Konkurrenten benachteiligt werden. Die Umfrage stellte außerdem fest, dass fast die Hälfte der Unternehmen eine ernsthafte Bedrohung für ihr US-Geschäft ausgesetzt wäre, wenn sich das Zollgefälle um weitere 5 Prozentpunkte ausdehnen würde.













