Die Schweizer Anleger haben ihre Nutzung von ETF-Sparplänen beschleunigt. Die umgesetzten Mengen auf der Schweizer Börse BX Swiss stiegen im ersten Siebenmonatszeitraum des Jahres 2026 um 44,6 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie aus Daten der Schweizer Börse hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.
Die Zunahme spiegelt sowohl höhere Anlagebeträge als auch eine breitere Diversifizierung wider. Die durchschnittliche Anzahl von Wertpapieren pro Ausführungsdatum stieg im Jahresvergleich um 27,9 %. Trotz des starken Markteintresses an künstlicher Intelligenz und Technologieaktien bleiben die beliebtesten Sparplanprodukte weitgehend diversifizierte globale Fonds. Die drei mit dem höchsten Handelsvolumen betreffenden Sparpläne verfolgen alle den FTSE All-World-Index, der zusammen mit einem zusätzlichen FTSE All-World-ETF für 45,2 % des Gesamtvolumens der 50 meistgehandelten Produkte verantwortlich war. Neun Fonds mit ausdrücklich auf die US-amerikanische oder die Technologie-Strategie fokussierten Investments erzielten lediglich 13,4 % des Gesamtvolumens.
Fonds mit dem Thema Nachhaltigkeit spielten ebenfalls eine begrenzt Rolle. Produkte, die explizit als nachhaltig oder ESG-orientiert eingestuft wurden, machten 12,7% des gesamten untersuchten Volumens aus, wobei zwei solche Fonds unter den ersten zehn nach Volumen Platzierten waren.
David Kunz, Kapitalmarkt-Experte bei BX Swiss, bemerkte, dass die Dominanz von breit diversifizierten ETFs auf der Welt darauf hinweisen, dass Sparer zunehmend Sparpläne als langfristiges Vermögensaufbauinstrument verwenden, anstatt nach kurzfristigen Trends zu jagen.
Der Schweizer Markt ist noch nicht auf den breiten europäischen Trends aufgestiegen. In Kontinental-Europa wurden im Jahr 2025 monatlich 15,1 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt, das Jahresvolumen erreichte 29 % gegenüber dem Vorjahr und belief sich auf 22,7 Mrd. Euro, wie aus der im Aussendebersicht erwähnten europäischen Sparplanstudie hervorgeht. Deutschland bleibt der größte europäische Markt aufgrund seines etablierten Produktangebots, obwohl Schweizer Banken und digitale Finanzdienstleister in den letzten Jahren ihr Angebot ausgebaut haben.
Die Adoption in der Schweiz bleibt bisher relativ gering. Eine Studie der Hochschule Luzern, auf die BX Swiss verweist, zeigt, dass nur 9 % der Schweizer ETF-Anleger derzeit ein Sparprogramm nutzen, während 48 % Interesse daran bekunden.
Auch die Muster der Durchführung der Sparpläne entwickeln sich. Traditionell konzentrierte sich die Aktivität zu Beginn des Monats. Mittlerweile ist diese sich zunehmend auf die Termine in der Mitte und am Ende des Monats verteilt, wodurch der Geldfluss während des ganzen Monats gleichmäßiger ist.
Das beliebteste Sparplan-Produkt ist der Invesco FTSE All-World UCITS ETF Acc, gefolgt von zwei anderen Fonds, die den gleichen Index verfolgen. Der erste explizit auf künstliche Intelligenz fokussierte Fonds, der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF, belegt die fünfte Position.
Die BX Swiss-Daten beziehen sich ausschließlich auf Transaktionen im Sparplan, die auf ihrer Plattform zwischen Januar und Juli 2026 abgeschlossen wurden, und geben möglicherweise nicht den gesamten Schweizer ETF-Markt wieder.












