Sechs Monate nach den Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran hat der Konflikt die regionalen militärischen Dynamiken neu geformt, globale Energieversorgungen gestört und die US-Militärressourcen belastet, wie nach Einschätzungen der Geheimdienste und offiziellen Berichten festzustellen ist.
Die Kampagne, die Anfang 2025 begann, zielte auf iranische Nuklear- und Waffenanlagen ab, darunter drei Anreicherungsanlagen und zugehörige Standorte, so die Einschätzungen des US-Militärs. Admiral Brad Cooper, der oberste US-Befehlshaber für den Nahen Osten, erklärte im Mai vor dem Kongress, die maritimen und luftverteidigungstechnischen Fähigkeiten des Iran seien erheblich geschwächt worden. Die zerstörten iranischen Marinefahrzeuge beliefen sich auf 161, während 82% seiner Luftabwehrsysteme ausser Funktion gesetzt wurden. Die Einsätze der Luftwaffe gingen von bis zu 100 pro Tag auf null zurück, wobei nur etwa ein Drittel des Raketenspektrums des Landes aufgrund umfangreicher unterirdischer Bunker als zerstört bestätigt wurde.
Der Konflikt hat auch die US-Militärressourcen belastet. Achtzehn Soldaten sind getötet und mehr als 750 verletzt worden, so offizielle Berichte. Vierundvierzig US-Militärflugzeuge sind verloren gegangen, darunter durch iranisches Feuer und Unfälle, gemäss einer Einschätzung des Congressional Research Service. Das Pentagon hat «fast den gesamten» globalen Bestand bestimmter präzisionsgelenkter Munition aufgebraucht, während die Reserven an Patriot-Abfangraketen um etwa 65% erschöpft sind. Die THAAD-Abfangraketen-Vorräte sind um mindestens 38% zurückgegangen, so das Center for Strategic and International Studies.
Die Energiemärkte bleiben verwundbar, da die Hormus-Strasse, ein kritischer Engpass, durch den etwa ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung transitieren, weiterhin ein Konfliktherd ist. Die Wasserstrasse verengt sich auf nur 21 Meilen zwischen dem Iran und Oman, was ihre strategische Bedeutung angesichts der anhaltenden Spannungen unterstreicht.
Die innen- und aussenwirtschaftlichen Auswirkungen nehmen zu. Die Nahrungsmittelinflation im Iran stieg im Juli auf 128% im Jahresvergleich, so das statistische Zentrum des Landes. Der Internationale Währungsfonds hat seine globale Wachstumsprognose für 2025 auf 3.0% herabgesetzt, gegenüber einer Januar-Prognose von 3.3%, aufgrund erhöhter geopolitischer Risiken und Unterbrechungen der Lieferketten.
Der politische Druck in den USA nimmt zu, während der Konflikt in seinen siebten Monat tritt. Die Zustimmungswerte von Präsident Donald Trump sind auf 33% gefallen, von 40% zu Beginn, wobei nur 31% der Amerikaner die Intervention unterstützen, gemäss einer Umfrage von Reuters/Ipsos. Aussenminister Marco Rubio hat angedeutet, dass neue US-Angriffe «für den Moment» unwahrscheinlich sind, während republikanische Gesetzgeber vor den Midterm-Wahlen, bei denen schmale Mehrheiten in beiden Kammern auf dem Spiel stehen, zunehmender scrutiny ausgesetzt sind.
Die militärischen Einsatzlevel haben ebenfalls historische Ausmasse erreicht. Die USS Gerald R. Ford ist seit mehr als einem Jahr eingesetzt, die längste derartige Einsatzdauer seit dem Vietnamkrieg, während die USS Abraham Lincoln 200 Tage in Folge auf See verbracht hat. Geheimdienstliche Einschätzungen deuten darauf hin, dass die nukleare Durchbruchzeit des Iran auf bis zu ein Jahr verlängert wurde, obwohl die Internationale Atomenergieorganisation den Standort von rund 440 kg Uran, das auf 60% angereichert wurde, seit den Angriffen 2025 nicht verifizieren konnte.













