Das Management des Schweizer Verpackungsherstellers SIG hat am Dienstag 1,3 Millionen CHF an eigenen Aktien gekauft, nachdem die Lage am Handelstag dramatisch eingeschlagen war: CEO Mikko Keto wurde überraschend abgesetzt und die interimische Führung von Ann-Kristin Erkens eingesetzt.
Der Aktienkurs notierte am Montag bei Eröffnung um 17% unter dem vorherigen Schlusskurs und fiel bis zu 28% bevor er wieder etwas aufholte und etwa CHF 200 Millionen an Marktkapitalisierung zunichtemachte. Dieser Verfall ist das zweite größere verkaufsorientierte Grundmuster in den letzten 12 Monaten und verdichtet den 70%igen Rückgang seit den Rekordständen von SIG aus dem Jahr 2021.
Nach SIX Exchange Regulation-Daten wurden am 18. August drei Kauftransaktionen registriert. Zwei Käufe im Gesamtwert von CHF 274 000 wurden von Unternehmensführungskräften ausgeführt, während ein Käufer im Wert von CHF 1 Millionen ein Vorstandsmitglied war. Die Transaktionen zeigen eine klassische „Buy-the-Dip“-Strategie, bei der die Führungsriege den Eindruck vermittelt, dass der Markt überreagiert habe auf die Führungspersonaländerung.
Das Verwaltungsratsmitglied von SIG hatte bereits im letzten Herbst Ketos Restrukturierungsplan unterstützt und ihn als den richtigen Führer für die Durchführung einer strategischen Überprüfung bezeichnet, da die kontinuierliche Geschäftsentwicklung hinter den Erwartungen zurückblieb. Sein plötzlicher Abgang und die Ernennung von Erkens, einem früheren Finanzexekutiv, deuten auf interne Uneinigkeit im Hinblick auf das Tempo oder die Richtung der Veränderungen hin.
Die langfristige Aussicht des Unternehmens hängt jetzt von Erkens Fähigkeit ab, die Aktivitäten zu stabilisieren und die Restrukturierungsziele zu erreichen. Historische Beispiele geben gemischte Signale: Während einige Führungskräfte nach ähnlichen Maßnahmen erfolgreich Werte wieder aufbauen konnten, benötigten andere eine langfristige Geduld, um die Ergebnisse zu verbessern.
Der Zeitpunkt der Zukäufe entspricht einem breiteren Muster bei Schweizer Industriebetrieben, bei dem das Insiderkaufing häufig mit Tiefpunkten der Bewertung zusammenfällt. Die Wirksamkeit derartiger Strategien hängt jedoch von der Ausführung und den externen Marktbedingungen ab.












