Die US-Aktien bleiben nahe den Rekordniveaus. Der S&P 500 notiert bei 7.711,76 – nur 1,3 % unter seinem Allzeithoch – und verzeichnet in diesem Jahr schon eine Steigerung um 12,1 %. Der NASDAQ-Composite ist in der gleichen Zeit um 12,4 % gestiegen, und der Russell 2000-Indizes für Kleinunternehmen sprang um 19,3 %. Auf diese Weise steigt die Einjahresrendite auf 25,6 %.
Die makroökonomischen Bedingungen spitzen zu, da die Preisentwicklung bei den persönlichen Konsumausgaben mit 3,7% stabil bleibt. Die hawkischen Kommentare von Fed-Vorsitzendem Warsh auf dem Jackson Hole-Seminar haben die Erwartungen einer Zinserhöhung im September erhöht. Die Futures-Kurse für Fed-Fonds beissen jetzt eine Wahrscheinlichkeit von 60 % aus – gegenüber 35 % vor der Rede. Die Zinsen für 2-jährige US-Amerikanisches Staatsanleihen kletterten auf ein Monatshoch von 4,34%, was auf veränderte politische Erwartungen hindeutet.
Auch geopolitische Risiken beeinflussen die Märkte, nachdem die Preise für Brent-Rohöl nach einem 3%igen Sprüng in einem Handelstag die Marke von 90,60 US-Dollar pro Fass überschritten haben, angetrieben durch US-Strikes auf iranische Positionen im Nahen Osten. Die Volatilität, gemessen am VIX, stieg um 6,6 % auf 15,38, bleibt aber unter erhöhten Werten.
Die Bewertungen weisen auf eine Kompression hin: Das zukünftige Preis-/Ebendichtungsverhältnis des S&P 500 sank von 22x auf 20x. Die technischen Indikatoren deuten auf überkaufte Bedingungen hin, mit dem monatlichen Relative Strength Index bei 75,2 und dem StochRSI bei 90,9, was in der Regel mit überzogenen Bewertungen verbunden ist.
Das aktualisierte Strategiemodell der Bank of America prognostiziert für die nächsten 12 Monate eine mittlere Aktienrendite von lediglich 3 % bei den derzeitigen erwarteten Policen. Für den nächsten Jahrzehnt wird eine langfristige jährliche Verlustrate von 3 % prognostiziert. Die Bank bevorzugt in grossen Unternehmen verurteilte Aktien in Sektoren wie Öl und Gas, Metalle und Bergbau, Banken und Versicherungen und warnt gleichzeitig vor Medien und IT-Dienstleistungen.
Historische saisonale Trends weisen auf Oktober als Vorsichtstage hin, da dieser seit 1950 im Durchschnitt ein Rückgang von -0,3% für den S&P 500 aufweist und damit der einzige kontinuierlich negative Monat im Kalender ist.
Nächste Wirtschaftsdaten umfassen den Arbeitsmarktbericht für August am 4. September mit Erwartungen auf einen Zuwachs an Arbeitsplätzen von 58.000 und einer Arbeitslosenquote von 4,1%. Die Europäische Zentralbank wird ausserdem am 10. September ihre Zinsentscheidung bekanntgeben, was zusammenfällt mit einem kürzlich eingetretenen Rückgang des STOXX 600-Indexes. Die nächste politische Sitzung der Federal Reserve beginnt am 16. September.












