Eine Ransomware-Gruppe, die als Rhysida identifiziert wurde, hat eine Auktion für Daten gestartet, die von Berliner Regierungsbehörden gestohlen wurden, nachdem die Stadt die Lösegelder abgelehnt hatte. Die Gruppe bietet 5,79 Terabyte kompromittierter Daten an, darunter 46.500 Verträge, E-Mails, Telefonnummern, Passwörter und klassifizierte Informationen, zu einem Startpreis von 30 Bitcoins, was etwa 77.622 US-Dollar entspricht.
Die Auktion wurde auf der Website des Konzerns gestartet, auf der ein Countdown-Timer anzeigte, dass es noch etwas weniger als sieben Tage bis zum Ende der Bieterfrist verblieben hatte. Die Ankündigung folgte nur einen Tag nachdem die Berliner Behörden eine Lösegeldforderung erhalten hatten, die in einer gemeinsamen Erklärung des Bürgermeisters Kai Wegner und der Innenpolitik-Berlin Senator Iris Spranger bekannt gegeben wurde. In der Erklärung erklärten die Beamten, dass das Land Berlin sich nicht der Erpressung unterordnen werde und eine feste Haltung gegen Lösegeldzahlungen beibeligte.
Kai Wegner erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Behörden noch keine detaillierten Informationen zum Gesamtumfang der Verletzung vorlegen könnten, da die Untersuchungen des Ausmasses der kompromittierten Daten fortgesetzt werden. Iris Spranger bestätigte separat, dass die Wahlinfrastruktur der Stadt nicht betroffen war und dass laut den Sicherheitsbehörden keine Wahl-bezogenen Daten kompromittiert wurden. Die Cyberangriffs wurden weniger als einen Monat vor den Kommunalwahlen in Berlin durchgeführt, die für den 20. September 2026 geplant sind.
Die Cybercrime-Forschungsplattform eCrime.ch berichtet, dass die Gruppe Rhysida seit ihrem Auftauchen im Juni 2023 die Verantwortung für fast 280 Angriffe übernommen hat. Die Gruppe wird angenommen, aus Russland oder Osteuropa zu stammen, obwohl ihr genauer Ursprung nicht bestätigt wurde.













