Der Schweizer Büroimmobilienmarkt hat sich von den Störungen in der Pandemiezeit erholt, unterstützt durch den Beschäftigungszuwachs, die eingeschränkte Neubauaktivität und strenge Homeoffice-Politik. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie von Raiffeisen hat sich das verfügbare Büroflächenangebot zugespitzt, da die Mietpreise nach Jahren der Schwäche wiedergewonnen haben, und neu eingestellte Objekte in einem stabilen Tempo aufgenommen werden.
Fredy Hasenmilde, Hauptökonom der Raiffeisen, warnte, dass die Märkte nun vor einer neuen strukturellen Herausforderung stehen: der künstlichen Intelligenz. Eine Analyse von rund 600 Berufsbildern zeigt, dass etwa zwei Drittel der Büroangestellten in der Schweiz Berufe haben, die stark von einer Integration von künstlicher Intelligenz beeinflusst sind. Das wirft Fragen auf, ob die Technologie menschliche Arbeit ergänzen oder ersetzen wird.
"Die Auswirkungen des Homeoffice auf die Nachfrage nach Büroflächen sind nun vorhersagbarer, aber KI wird den nächsten bedeutenden strukturellen Wandel bringen," sagte Hasenmaile. Obwohl die derzeitigen Beschäftigungsdaten keinen allgemeinen Rückgang von Bürojobs zeigen, variiert der Effekt je nach Sektor und Rolle. Sektoren wie Finanzwesen, Informatik und öffentliche Verwaltung – wo die Bürokonzentration am höchsten ist – sind am empfindlichsten gegenüber den Effizienzgewinnen durch KI.
Auch regionale Unterschiede sind deutlich. Grössere Wirtschaftszentren wie Zug, Zürich und Genf sind stärker gefährdet, da sie viele Bürobranchen einflussen. Raiffeisen rechnet mit einem realistischen Szenario, in dem die Nachfrage nach Büroflächen in den nächsten fünf Jahren zwischen 1,6% und 7,9% zurückgehen wird, abhängig von der Geschwindigkeit der Einführung von KI und von Anpassungen des Arbeitsmarktes.
Eigentümer und Entwickler werden dazu geraten, auf adaptive Strategien zu setzen, einschliesslich dem neuen Zweck ihrer Büroräume oder deren Neugestaltung, damit sie den sich ändernden Bedarfsmustern entsprechen.













