Die britische KI-Firma Quantexa prüft derzeit einen Börsengang an der Londoner Börse oder an der New Yorker Börse, der das Unternehmen auf mehrere Milliarden Dollar schätzen könnte.
Der Chief Executive Vishal Marria sagte, das Unternehmen sei seit Januar auf einen Börsengang vorbereitet und könnte einen Börsengang in Großbritannien, in den USA oder in beiden Ländern durchführen. Quantexa habe keine Frist für einen Börsengang gesetzt und könne auch unbegrenzt privat bleiben, so Marria.
Die Entscheidung spiegelt die breiteren Trends wider, in denen Londons Aktienmärkte in den letzten Jahren Börsengänge an amerikanischen Börsen verloren haben. Marria betonte, dass die USA ein größeres Kapitalpool und die Möglichkeit zu höheren Bewertungen gegenüber Großbritannien bieten. Ein Börsengang in den USA würde ein weiteres Rückschritt für Londons Bemühungen darstellen, seine Attraktivität als Ziel für Technologieunternehmen zu stärken.
Quantexa wurde 2016 gegründet und entwickelt KI-Software, die Unternehmen dabei hilft, große Datensätze zu verarbeiten und zu analysieren. Die Technologie wird von Finanzinstituten, Gesundheitsanbietern und Regierungsbehörden für Anwendungen wie Betrugsprävention und Geldwäscheprävention eingesetzt.
Die Entscheidung kommt, als britische Politiker öffentliche Körperschaften auffordern, lokale Technologieanbieter gegenüber amerikanischen Konkurrenten zu priorisieren. Im Juli erklärte der britische Premierminister Andy Burnham, dass Großbritannien öffentliche Aufträge nutzen sollte, um die lokale Industrie zu unterstützen, ein Schritt, der als Versuch gesehen wird, die Abhängigkeit von Firmen wie Palantir zu reduzieren, deren Datenplattform von der National Health Service verwendet wird.
Eine endgültige Entscheidung über Quantexas Börsengangspläne wurde noch nicht getroffen, und das Unternehmen setzt seine Bewertung der Marktbedingungen und strategischer Alternativen fort.



