Qatar und Kuwait haben nach Angaben von Händlern rund 70 % ihrer Vorkriegs-Ölexportmengen über den Hormushalbmond wiederhergestellt, nachdem sie Transfers von Schiff zu Schiff im Golf von Oman eingerichtet haben.
Vor der Eskalation des Nahostkonflikts exportierten die beiden Golfstaaten insgesamt etwa 2 Millionen Barrel pro Tag Rohöl über den strategischen Durchgang. Aufgrund begrenzter alternativer Routen – anders als Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – hatten sie in den ersten Monaten des Konflikts erst Schwierigkeiten, ihre Exporte aufrechterhalten zu können. Aber rund um Juni begannen Kuwait und Katar, Rohöltransporte über Hormuz umzuleiten und auf grössere Schiffe ausserhalb des Stragerts zu laden, wodurch sie den risikoreichen Durchgang effektiv umgingen.
Die zügig steigenden Lieferungen aus Kuwait und Katar ergänzen die Auslieferungen aus Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die seit Beginn des Konflikts durch den Hormus und auf alternativen Routen weitergehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate erreichten bereits im Juni die Vorkonflikt-Exportnöhr durch Nutzung von Schiff-frau-Transfers im Hormus, maximale Ausnutzung ihrer Onshore-Pipeline für die Verschiebung von Rohöl von Westen nach Osten sowie durch den Einsatz von „dunklen“ Schiffen mit begrenzter Sichtbarkeit, um den Kanal zu befahren.
Die Saudische Arabien hat ähnliche Strategien für den Schiffs-bis-Schiffs-Transport eingeführt und bietet Mittelfeldkrut an für den Vertrieb jenseits der Hormus-Strasse und leitet zusätzliche Mengen über das Rote Meer und die ägyptischen Mittelmeerhäfen, um den Engpass im Persischen Golf zu vermeiden.
Diese unter dem Radar laufenden logistischen und operativen Anpassungen haben den Gesamtölfluss durch die Hormuschlinge auf ca. 7-8 Millionen bpd gestiegen, von etwa 4 Millionen bpd Mitte Juli. Diese Erholung der Durchfuhrraten ist trotz der anhaltenden geopolitischen Risiken in der Region eingetreten und hat dazu beigetragen, die weltweiten Ölmärkte zu stabilisieren, obwohl die Benchmarkrotationsfutures noch immer auf Nachfrageschwankungen empfindlich reagieren.
Die verstärkte Exportaktivität zeigt, wie flexibel die Golfstaaten sind, wenn es um die Aufrechterhaltung wichtiger Energieflüsse in einem Klima der verschärften regionalen Spannungen geht.













