Das britische Pfund legte am Mittwoch zu, während der US-Dollar nach stärkeren Erwartungen einer dovisheren Haltung der Federal Reserve bei den Zinsen nachgab.
Der Kurs des Pfund Sterling notierte zuletzt mit 0,3 % Plus bei 1,2750 Dollar und baute damit die Gewinne aus der Vorwoche aus. Investoren revidierten ihre Einschätzungen zum Zeitpunkt möglicher Fed-Zinssenkungen. Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Währungskorb führender Währungen misst, fiel um 0,2 % auf 104,10 Punkte und zeigte damit eine breitere Schwäche des US-Dollar.
Die Marktstimmung änderte sich, nachdem jüngste US-Wirtschaftsdaten auf nachlassende Inflation und einen schwächeren Arbeitsmarkt hindeuteten. Der von der US-Volkswirtschaftsvereinigung ISM veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sank im Mai auf 51,4 Punkte nach 54,8 im April – damit lag er unter den Erwartungen und signalisierte eine Verlangsamung der Geschäftstätigkeit. Gleichzeitig zeigte der ADP-Arbeitsmarktbericht für Mai einen Anstieg der privaten Beschäftigung um 152.000 Stellen, was deutlich unter der Prognose von 178.000 lag und die Erwartungen an eine weniger aggressive Fed weiter verstärkte.
Fed-Vertreter hatten in den vergangenen Wochen zunehmend Zurückhaltung signalisiert. Einige Mitglieder der Notenbank deuteten an, dass Zinssenkungen gerechtfertigt sein könnten, falls die Inflation weiter auf ihr 2 %-Ziel zurückgehen sollte. Das nächste geldpolitische Treffen der Fed ist für den 11. und 12. Juni anberaumt, bei dem die Märkte besonders auf mögliche Anpassungen im Zinspfad achten werden.
Die Aufwertung des Pfunds wurde zudem durch eine relativ stabile Binnenlage in Grossbritannien gestützt, da an diesem Tag keine bedeutenden Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Analysten betonten, dass die Entwicklung des Pfunds weiterhin stark von externen Faktoren abhängt – insbesondere von den Erwartungen an die US-Geldpolitik.
Gegenüber dem Euro blieb das Pfund nahezu unverändert bei 1,1720 Euro, da die Gemeinschaftswährung trotz gemischter Signale aus der Eurozone stabil blieb.
Der Rückgang des Dollar erstreckte sich auch auf andere wichtige Währungen: Der Euro stieg um 0,2 % auf 1,0840 Dollar, während der japanische Yen um 0,3 % auf 156,80 Yen je Dollar zulegte.



