Die Aktien der Porr AG stürzten am Dienstag um 8,5 %, als Investoren auf schwächer als erwartet ausgefallene Ergebnisse reagierten und die Gewinne aus dem Mehrjährigen Hoch, das erst wenige Tage zuvor erreicht worden war, wieder verloren gingen.
Der wienbasierte Baukonzern erzielte im ersten Halbjahr Erlöse von 1,68 Milliarden Euro, was einen Rückgang von 3,5 % gegenüber den Analystenschätzungen und leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums bedeutet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 42 Millionen Euro, was einem Plus von 8 % im Vergleich zu den Analystenschätzungen und einem jährlichen Anstieg von 16 % entspricht, wodurch sich die EBIT-Marge auf 2,5 % erhöhte. Trotz des Gewinnspranges sorgte der Umsatzmangel und ein deutlicher Rückgang der Auftragseingänge für Besorgnis über die kurzfristige Ertragslage des Unternehmens.
Der Verkauf ereignete sich nach einer jüngsten Upgrade durch die Montega AG, die ihre Kaufempfehlung aufrechterhielt und ein 12-monatiges Kursziel von 46 € festlegte. Die Brokerage firmierte vor allem den grossen Infrastruktur-Gewinnen, darunter den Brenner-Echtunnel und die zweite S-Bahn-Hauptlinie von München, als wesentliche Triebe ihrer bullischen Haltung an. Die Aktien von Porr hatten in den Tagen vor den Ergebnissen auf nahe Mehrjahreshochs geklettert.
Die Analysten stellten fest, dass der Rückgang eher auf Unternehmen spezifische Faktoren beruht und nicht auf allgemeinen Marktbedingungen. Die US-Aktienindizes einschliesslich S&P 500 und Nasdaqtradeten höher, was eine anhaltende Risikosache unterstreichen konnte. Porrs Wiener Börsenkontrahent Strabag SE ist in den gleichen osteuropäischen Bau-Märkten tätig und hat ebenfalls ähnliche strukturelle Probleme zu bewältigen. Porrs ungewöhnliche Abwärtsbewegung spiegelt jedoch dessen unvorhersehbare Ergebnisentwicklung wider.












