Der in Singapur ansässige Agrarkonzern Olam Group Ltd. verzeichnete einen deutlichen Anstieg des Halbjahresgewinns, der vor allem auf Erträge aus der Veräusserung von Geschäftsbereichen zurückging. Gleichzeitig büsste die Aktie an Wert ein, da Anleger die schwächere operative Entwicklung kritisch bewerteten.
Das Unternehmen teilte mit, dass der Nettogewinn für das erste Halbjahr – Ende Juni 30. – auf 345 Millionen US-Dollar gestiegen sei, verglichen mit 156 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Zuwachs sei vor allem auf die Veräusserung nicht strategischer Einheiten zurückzuführen, darunter der Verkauf des Kakaogeschäfts an Cargill im Jahr 2023 sowie weitere Desinvestitionen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank jedoch um 5 % auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Dies spiegelte schwächere Margen in den Kerngeschäftsfeldern Lebensmittel und Agrarrohstoffe wider. Der Umsatz ging um 3 % auf 13,2 Milliarden US-Dollar zurück, da niedrigere Rohstoffpreise und geringere Handelsvolumina die Performance belasteten.
Die Aktie von Olam gab am Mittwoch im Handel in Singapur um 2,1 % nach und entwickelte sich damit schwächer als der Gesamtmarkt. Der Kursrückgang folgte auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen, als Investoren die gemischten Ergebnisse analysierten. Analysten betonten, dass zwar die Veräusserungserlöse die Profitabilität stützten, der Rückgang des operativen EBITDA jedoch auf mögliche Herausforderungen in der operativen Performance hindeute.
Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose und bekräftigte das Ziel für das bereinigte EBITDA von 2,1 bis 2,3 Milliarden US-Dollar. Zudem verwies Olam auf Fortschritte bei der Schuldenreduktion: Die Nettoverschuldung sank per Ende Juni auf 4,2 Milliarden US-Dollar, gegenüber 4,5 Milliarden US-Dollar per Ende 2023.
Olam-Chef Sunny Verghese betonte, dass das Desinvestitionsprogramm die Bilanz gestärkt und das Unternehmen für langfristiges Wachstum positioniert habe. «Wir bleiben darauf fokussiert, unser Portfolio zu optimieren und die operative Effizienz zu steigern», erklärte Verghese.
Der Gewinnbericht fällt in eine Phase, in der die globalen Rohstoffmärkte unter Druck stehen. Dazu zählen eine schwache Nachfrage in wichtigen Regionen sowie volatile Agrarpreise. Olams Performance spiegelt damit die Herausforderungen wider, denen sich die Agrarbranche in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld gegenübersieht.



