Die Brent-Rohstoff-Futures fielen um 1,4 % auf 107,27 USD pro Barrel und das West Texas Intermediate um 2,0 % auf 103,68 USD pro Barrel. Dies geschah um 08:31 ET, obwohl beide Kontrakte in der vergangenen Woche mindestens 6 % zugelegt hatten. Der Preisrückgang ereignete sich nach der Berichterstattung des American Petroleum Institute, dass die US-amerikanischen Rohstoffbestände in der Woche ab dem 11. September unerwartet um 7,14 Millionen Barrel zugenommen waren, und zwar weit über den von Analysten prognostizierten Abbau von 1,8 Millionen Barrel.
Die Reservenkürzung erfolgte gleichzeitig mit anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Huthi-Kämpfer, die den Iran unterstützen, attackierten Saudi-Arabien, was dazu führte, dass das Königreich eine wichtige Ost-West-Pipeline geschlossen hat, die als Alternative zur Hormus-Schlinge diente. Saudi-Arabien setzte ausserdem das Entladen im Hafen Yanbu ein, bot aber zusätzliche Schiff-zu-Schiff-Übertragungen für asiatische Raffinerien vor dem Hafen Sohar in Oman an. Die Huthi-Kräfte haben ihren Einfluss auf Teile des westlichen Jemen ausgebaut und besitzen somit eine Machtstellung am Bab-el-Mandeb-Fluss. In Libyen wurde die Produktion in drei Ölfeldern eingestellt, was zu weiteren Lieferengpässen führte.
Trotz der Sorge um die Versorgung reagierte der breitere Markt nur leicht. Die US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren erreichten vorübergehend ihr höchsten Niveau seit fast zwei Jahrzehnten, was mit der früheren Volatilität der Ölpreise in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig ist die US-Strategische Ereichölreserve im Jahr 2026 bereits um fast 130 Millionen Barrelen reduziert worden, sodass der Bestand nur noch bei etwa 285,36 Millionen Barrelen liegt, so die Daten der Energy Information Administration.
Auf der monetären Politikseite gaben die Märkte der Bundesreservan eine Wahrscheinlichkeit von 92% für eine Zinserhöhung am Abschluss ihrer Politikberatung am Mittwoch an, was die weiterhin bestehenden Erwartungen an eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen widerspiegelt.
Insgesamt resultierte die Kombination eines grösseren Lageraufbaus in den USA als erwartet und der anhaltenden Versorgungsstörungen im Nahen Osten zu einem bescheidenen Rückgang der Ölpreise, obwohl die Märkte weiterhin sensibilisiert sind sowohl auf geopolitische Entwicklungen als auch auf die Erwartungen bezüglich der US-Geldpolitik.












