Der Schweizer Derivate-Spezialist Leonteq hat eine geplante Führungsübergang und einen Aktionärenvorschlag für ein Rückkaufprogramm von CHF 100 Millionen angekündigt, was die sich ändernden Governancedynamiken beim Zürcher Unternehmen widerspiegelt.
Das Verwaltungsratsmitglied Andreas Casutt wurde als Kandidat für den Präsidentenposten nominiert, unter der Voraussetzung der Zustimmung der Aktionäre auf einer außerordentlichen Generalversammlung, die für den 21. September 2026 geplant ist. Casutt, Partner der Zürcher Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey und ehemaliger Präsident der Siegfried Group, würde Christopher Chambers, der das Verwaltungsratsmitglied von Leonteq über acht Jahre innehat, ersetzen. Außerdem empfahl das Verwaltungsratsmitglied Reto Suter, ehemaligen CFO der Siegfried Group, als neues Verwaltungsratsmitglied, da dieser über umfangreiche finanzielle und industrielle Fachkenntnisse verfügt. Philippe Le Baquer wird zum stellvertretenden Präsidenten berufen und ersetzt Philippe Weber, der ebenfalls mit Chambers austritt.
Leonteqs größter Anteilseigner, Rainer-Marc Frey, der über H21 Macro Limited 23,3 % der Aktien hält, hat offiziell ein Programm zum Rückkauf von bis zu 5 Millionen Aktien oder 100 Millionen CHF vorgeschlagen. Dieses wird zwischen der außerordentlichen Aktionärsversammlung und dem 30. Juni 2028 auf einer speziellen Handelslinie umgesetzt. Der Verwaltungsrat hat angekündigt, den Rückkauf grundsätzlich zu befürworten, hat jedoch nicht das spezifische Vorschlag von Frey unterstützt. Ein Rückkauf würde die Zustimmung der Schweizer Finanzaufsicht Finma, des Übernahmeausschuss und der SIX Swiss Exchange erfordern.
Die bereits im Juli bekanntgegebenen geplanten Schritte des Unternehmens stimmen teilweise mit dem Vorschlag von Frey überein und zielen auf einen Rückkauf ab Anfang 2027, unter der Voraussetzung, dass das CET1-Ratio deutlich über 15% liegt. Leonteq überlegt zudem, die gesamte Auszahlung für 2026 – Dividenden und Rückkäufe zusammen – auf den vollen Jahresnettogewinn anzupassen.
Frey's zweiter Vorschlag, die Einführung einer auf Leistung basierten, aktiengebundenen Vergütung für nicht-geschäftsführende Direktoren, stieß bei dem Verwaltungsrat auf Widerstand. Dieser empfahl den Aktionären, den Plan abzulehnen, und argumentierte, dass variable, aktienbezogene Vergütung für nicht-geschäftsführende Direktoren in börsennotierten Schweizer Unternehmen nicht üblich sei. Der Verwaltungsrat stellte fest, dass bereits 40 % der Vergütung der Direktoren in restriktiven Aktien ausgezahlt wird, die drei Jahre lang an eine Vertraulichkeitsvereinbarung gebunden sind.
Die vorgeschlagenen Führungswechsel und die Vorschläge für die Aktionäre werden zu einer Abstimmung auf der außerordentlichen Hauptversammlung unterbreitet, bevor die behördliche Genehmigung erteilt wird.












