Lanxess verzeichnete am Dienstag einen sequenziellen Anstieg des EBITDA im zweiten Quartal um 61,7 Prozent auf 152 Millionen Euro und begründete dies mit beschleunigten Kostenreduktionen und Portfoliostrukturierungen im Rahmen seines Restrukturierungsprogramms FORWARD!. Das in Köln ansässige Spezialchemieunternehmen, das seit 2005 als Tochter von Bayer operiert, erhöhte außerdem seine EBITDA-Prognose für das gesamte Jahr auf 450 bis 550 Millionen Euro von einem vorherigen Bereich mit einem Mittelwert von 500 Millionen Euro.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 11.700 Mitarbeiter und erzielte bis Ende 2025 unter FORWARD! Einsparungen in Höhe von etwa 150 Millionen Euro. Für 2028 sind zusätzlich 170 Millionen Euro an Einsparungen anvisiert. Der freie Cashflow stellte sich im 2. Quartal positiv mit 56 Millionen Euro dar und überstieg damit das Defizit in Höhe von 29 Millionen Euro im 1. Quartal. Die Investitionen für 2026 werden auf circa 330 Millionen Euro geschätzt, während die Steuer- und Zinsaufwendungen jeweils auf 30 bis 40 Millionen Euro und 40 bis 50 Millionen Euro belaufen sollten.
Lanxess hat in den vergangenen Quartalen zwei Produktionsstandorte geschlossen: eine Heksan-Oxidationsanlage in Uerdingen und eine Anlage für Aromen und Düfte in Widnes, Großbritannien. Das Unternehmen verlagert auch die Produktionskapazitäten von Saltigo von agrochemischen Produkten auf hochmarginale pharmazeutische Anwendungen und möchte hierdurch bis zu 20 Millionen Euro an zusätzlichen Einsparungen erzielen. Die Auslastung der Industriekapazitäten liegt bei etwa 65 bis 70 %, wohingegen ein Ziel von 80 % gesündere Leistungen darstellt.
Geografische Diversifizierung ist ein wichtiger Pfeiler der Lanxess-Strategie. Die US-Umsätze sind von 15% des Gesamtumsatzes im Jahr 2016 bis zum Jahr 2025 auf etwa ein Drittel angestiegen, was durch Portfolioveränderungen und organisches Wachstum erzielt wurde. Der Jahresumsatz belief sich Ende letzten Jahres auf etwa 5,7 Milliarden Euro. Das Management betonte die Attraktivität des US-Markts und wies auf dessen Position als eines der dynamischsten Spezialchemie-Märkte weltweit hin.
Lanxess hob auch den Fortschritt bei seinem Deleveraging-Ziel hervor, bei dem das Unternehmen das Nettogehensverhältnis von Schulden zum EBITDA auf unter 2,5-mal senken möchte, um seine Investitionsqualität wiederherzustellen. Die Aktien des Unternehmens sind im vergangenen Jahr um 45% gesunken und notieren bei 0,35-fachem Buchtabelleuchung mit einer Marktkapitalisierung von 1,42 Mrd. USD. Die Analysten prognostizieren für 2026 pro Aktie einen Gewinn von 1,15 USD, nach einem Verlust von 8,85 USD in den letzten 12 Monaten.
Der Private-Equity-Investor Advent International behält sich das Recht vor, von Lanxess die Veräußerung seines Anteils an der Gemeinschaftsgesellschaft Envalior zu verlangen, wobei die vertragliche Wirksamkeitsdatum zwischen Ende März und Anfang April 2027 erwartet wird.












