Der Chef von JPMorgan Chase & Co., Jamie Dimon, hat die britische Regierung gewarnt, die Banksteuern nicht zu erhöhen, da dies Risiken für die finanzielle Stabilität und das Wirtschaftswachstum birgt. In einem Interview mit der Financial Times betonte Dimon, dass übermäßige Besteuerung von Finanzinstituten ihre Kreditfähigkeit reduzieren, ihre Kapitalpuffer schwächen und die Investitionen in diesem Sektor diskriminieren könnten. Er nannte keine spezifischen Steuererhöhungen, betonte jedoch, dass solche Maßnahmen ungewollte Konsequenzen für die breitere Wirtschaft haben könnten.
Die britische Regierung hat in den letzten Jahren wiederholt die Banksteuern angepasst, oft mit dem Ziel, die Profitabilität oder die systemische Risikobeteiligung zu targeten. Dimons Warnung spiegelt die Bedenken wider, die auch andere Branchenvertreter teilen, dass höhere Steuern den Wettbewerbs- und Innovationsdruck im Finanzsektor erhöhen könnten.
Ein Sprecher des britischen Finanzministeriums lehnte eine Stellungnahme ab. Die Regierung hat zuvor ihre Steuerpolitik als notwendig bezeichnet, um sicherzustellen, dass Banken fair zur öffentlichen Finanzierung beitragen und gleichzeitig Stabilität gewährleisten.
Dimons Warnung kommt im Zusammenhang mit breiteren Diskussionen über die Rolle der Banken bei der Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung, insbesondere in einer Hochinflationsumgebung, in der die Kreditbedingungen weiterhin eng sind. Analysten weisen darauf hin, dass höhere Steuern zwar kurzfristig Einnahmen generieren könnten, sie jedoch langfristig die finanzielle Resilienz schädigen könnten.
Die Warnung unterstreicht auch die Spannungen zwischen der fiskalischen Politik und der Branchenentwicklung, ein Phänomen, das auch in anderen großen Volkswirtschaften beobachtet wird, in denen Banken ähnliche Druck ausgesetzt sind.


