Der japanische 10-Jahres-Staatsanleihe-Satz stieg am Dienstag auf 2,945 % und erreichte damit sein höchstes Niveau seit September 1996. Dies markiert das effektive Ende einer dreißigjährigen Ära ultra-lockerer geldpolitischer Maßnahmen. Der Satz stieg um 2,5 Basispunkte und erreichte den Höchststand, wobei ein 87-prozentiger Jahreszuwachs und ein nahezu verdoppelter Wert gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 1,54 % zu verzeichnen sind.
Der Anstieg spiegelt wachsende Erwartungen wider, dass die Bank von Japan (BOJ) bei ihrer September-Sitzung die Zinssätze erhöhen könnte, nachdem Gouverneur Kazuo Ueda die Abschaffung der Yield-Curve-Kontrolle schrittweise eingeleitet hat. Die BOJ hatte einen Cap auf den 10-Jahres-JGB-Satz unter 0,5 % durch unbeschränkte Anleihekäufe aufrechterhalten, eine Strategie, die nun aufgegeben wird, da Inflation und Lohnwachstum Druck ausüben.
Die globale Anleihe-Märkte sind auch unter Druck. Die US-amerikanischen 10-Jahres-Staatsanleihen kamen bei 4,683 % zum Zuge, ein 19-Jahres-Hoch, während der 30-Jahres-Satz 5,216 % erreichte, ein 25-Jahres-Hoch. Analysten zitieren eine Kombination aus innerstaatlichen Politiknormalisierungen und externen Faktoren, einschließlich steigender Ölpreise, die mit dem Konflikt im Nahen Osten verbunden sind, als Haupttreiber.
Die Verschiebung hat weitere Auswirkungen. Japan, die größte Kreditnation der Welt, hält Billionen an institutionellen Ersparnissen. Höhere Inlandszinssätze reduzieren die Anreize für Versicherungen, Pensionsfonds und Banken, Kapital ins Ausland zu exportieren, was möglicherweise einen langjährigen Pfeiler der Nachfrage von den globalen Anleihe-Märkten entfernt. Der Yen-denominierte JGB-Futures-Vertrag sank um 0,19 Yen auf ¥125,97.
Das japanische Staatsverschuldungsverhältnis zum BIP übersteigt 260 %, das höchste unter den entwickelten Volkswirtschaften, während die US-föderale Schuld auf 40 Billionen US-Dollar zulauf. Die strukturelle Divergenz in der Geldpolitik zwischen Tokio und Washington prägt die Kapitalströme, mit Auswirkungen sowohl auf die inländischen als auch auf die internationalen Anleihe-Märkte.


