Die europäischen Erdgaspreise haben sich am Mittwoch etwas entspannen lassen, nachdem sie fünf Sitzungen lang gestiegen waren und damit den Referenzfuturen der Niederländischen Frontmonat auf das höchste Niveau seit März 2026 geführt hatten.
Die Großhandelskontrakten rückte von den Tageshöhen zurück. Der niederländische TTF-Naturgas wurde im Realtime-Handel zu 62,035 Euro pro Megawattstunde gehandelt, was einen Anstieg von 0,278 Prozent oder 0,45 Prozent darstellte. Entsprechende britische Großhandelsgas-Kontrakte verringerten ebenfalls ihre 5-monatigen Höchststände.
Den Anfang der Erhöhung in der Vorwoche taten die zugenauen geopolitischen Risiken im Nahen Osten an, darunter die Verwerfung der diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump drohte mit militärischen Maßnahmen wegen der Störungen der Transitwege, während der Iran eine aggressivere militärische Haltung einnahm. Die Unterbrechung der Schifffahrten im Hormuskanal, einem kritischen Seeumlaufsweg, der früher etwa ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) abwickelte, verstärkte die Sorgen um die Liefermenge.
Die Stilllegungen zogen qatarische LNG-Tanker still und zwangen europäische Stromversorger, aggressiv Bieten für nicht bestätigte Spot-Ladungen zu abgeben, was den Markt vor der Heizsaison im Herbst noch weiter strapazierte. Laut Gas Infrastructure Europe waren die unterirdischen Speicherkammern in der EU bei etwas mehr als 60 % ihrer Nutzungskapazität, was auf die kühleren Temperaturen während der Sommersonnenwärme und verzögerte LNG-Lieferungen zurückzuführen ist, die die Einpumpgeschwindigkeit verlangsamt haben.
Die Vorlaufgas-Kurve blieb in einer tiefen Nachkalkulation, bei der die Barabwicklung mit einem starken Zuschlag zu den Zukunftsverträgen gehandelt wurde. Diese Struktur verminderte die finanziellen Anreize für Händler, teures Spotgas vor dem Winter zu speichern, was eine potenzielle Lieferungsaufstockung trotz des jüngsten Preisanstiegs einschränkte.
Die Analysten stellten fest, dass während der jüngste Rückgang auf etwas Gewinnrealisierung hinweist, die unterliegenden Risiken der Versorgung auch weiterhin bestehen, vor dem Hintergrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit und der geringen Lagerbestände zur Anfangsphase der Heizperiode.











