Japanische Unternehmen erweitern ihre Devisenabsicherung auf fünf bis zehn Jahre, da die anhaltende Schwäche des JPY tiefgreifende strukturelle Anpassungen in Preisstruktur und Einkaufsstrategien erfordert.
Der Absturz des Yen auf ein 40-jähriges Tief von rund 164 Yen pro US-Dollar im Juli führte zu selteneren gemeinsamen Währungseingriffen der USA und Japans, dennoch befindet sich die Währung bei 159,34 Yen pro US-Dollar. In den vergangenen fünf Jahren hat der Yen gegenüber dem US-Dollar mehr als 30% an Wert verloren und ist damit die schwächste G10-Währung.
Retailer und Hersteller justieren die Lieferketten nach wiederholten Interventionen im Jahr 2022, 2024 und 2026, bei denen es nicht gelang, den Wechselkurs zu stabilisieren. Takara MC, das 43 Supermärkte südlich von Tokio betreibt, verhandelt nun nämlich nicht mehr monatlich, sondern alle drei Monate die importierten Preise – vor allem für US-Fleisch, spanisches Olivenöl und italienische Tomaten. Der CEO Taku Ueno sagte, die schnellen Schwankungen des Dollar-Jen-Austausches erzwingen es den Käufern, die Preistermine häufiger zu überprüfen.
"Japan verliert vollständig seine Kaufkraft", sagte Ueno. "Man muss persönlich zu den Lieferanten gehen und sich verbeugen, um ein Einkauf abschliessen zu können." Er fügte hinzu, dass japanische Importeure durch Käufer aus China oder Thailand bei wichtigen Rohstoffen regelmässig überboten würden.
Die Verschiebung hin zu längerer Absicherung ist auf den Derivatemärkten offensichtlich. Akira Hirayama von Daiwa Securities erklärte, dass Unternehmen früher für Monate bis ein Jahr lang abgesichert wurden, während einige nun fünf- bis zehntägige Verträge abschliessen, um die Wechselkurse bei Unsicherheit über die Entwicklung des Yen einzufrieren. Nitori Holdings, Japans grösste Möbelkette, schätzt, dass jede 1-JPY-Anstieg der Wechselkurs zwischen Dollar und Yen ihren jährlichen Gewinn um etwa 2 Milliarden Yen, oder 12,5 Millionen US-Dollar, reduziert.
Die Marktteilnehmer bleiben zurückhaltend. Daiki Hayashi von J.P. Morgan wies die Behauptungen, dass der Rückgang des Yen an seinem Höchstpunkt angelangt sei, weitgehend zurück. Namato Nagahama von der Bank of America konstatierte, dass wiederholte Aufrufe der Schlüsselmarken kaum etwas zur Änderung des Trends bewirkt haben. Die überwiegende Ansicht lautet, dass der Dollar-Jen-Bereich voraussichtlich zwischen 155 und 165 bleiben wird, und es besteht kaum eine Bereitschaft, den Kurs wesentlich unter 150 zu drücken.
Premierministerin Sanae Takaichi hat eine fortgesetzte Wachsamkeit signalisiert, aber Analysten sagen, dass strukturelle Faktoren – einschliesslich divergenter Geldpolitik und schwacher Binnennachfrage – den Yen weiterhin unter Druck setzen.












