Die Aktien von Inwit, dem italienischen Telekommunikationsmastenbetreiber, stiegen am Montag um 1,7 % auf 6,145 € und reduzierten damit die Verluste aus einem 52-Wochen-Tief von 5,975 €, das Anfang dieses Monats erreicht wurde.
Die Kurssteigerung erfolgte nach einer Aktualisierung durch Barclays, die die Bewertung von Inwit von neutral auf überdurchschnittlich erhöht hatte und für diese Entscheidung die nach ihren Angaben zu pessimistische Annahmen bei den aktuellen Bewertungen als Grund nannte. Barclays setzte ein Kursziel von 8,6 € für die Aktie fest, was einen Aufwärtspotential von etwa 40 % zum Schlusskurs vom Montag impliziert.
Die Aufrüstung fiel zusammen mit einem ähnlichen Schritt für Inwits wichtigster italienischer Konkurrent, Cellnex Telecom, der von Barclays ebenfalls über dem Durchschnitt angespielt wurde. Analyst Maurice Patrick, der die Europäische Telekommunikationsabdeckung bei Barclays leitet, begründete den Aufschwung des Sektors mit überzogener pessimistischer Einschätzungen in Bezug auf die Kündigungsschutzmaßnahmen von mehr als 25 %, die nach seiner Ansicht nicht durch die Fundamentaldaten gerechtfertigt waren.
Die europäischen Aktienmärkte boten wenig Unterstützung. Die US-Benchmarks tendierten eher sinkend als steigen, da die Gewinne bei Inwit und Cellnex fast ausschließlich auf Aktionen von Analysten zurückzuführen waren und nicht auf makroökonomischen Impuls. Das Team von Barclays betonte eine Reihe von Druckfaktoren, die auf europäische Türmeneinzelwerte ausüben, darunter schwache Ausgaben für mobiles Kapital, eine erweiterte M&A-Aktivität im Telekommunikationssektor, Unsicherheiten bezüglich Vertragsverlängerungen und höhere Zinssätze.
Die Aktien von Inwit standen im zurückliegenden Jahr unter anhaltendem Druck, aber der Kursverfall am Montag reflektierte eine Verschiebung der Stimmung nach dem Upgrade. Das Unternehmen ist weiterhin in rechtlichen Auseinandersetzungen mit den wichtigen Kunden TIM und Fastweb verwickelt, die sich um die Kündigungsmöglichkeiten im Rahmen der Master Service Agreement drehen. Ein endgültiges Gerichtsentscheid wird für November 2026 erwartet. Die Analysten bemerkten, dass die aktuellen Bewertungen bereits signifikante Downside-Szenarien enthalten, wodurch das Risiko weiterer negativer Überraschungen aus den laufenden Rechtsstreitigkeiten reduziert wird.
Die Upgrades für Inwit und Cellnex unterstreichen einen vorläufigen Aufschwung der Stimmungslage gegenüber europäischen Telekommunikationsinfrastruktur-Aktien, obwohl die Risiken weiterhin an den Vertragsverlängerungen und allgemeinen makroökonomischen Bedingungen angeknüpft sind.












