Die weltweiten Zinssätze für Staatsanleihen stabilisierten sich am Dienstag, nachdem ein weitläufiger im Hinblick auf Sanktionen gegen den Iran erwartetes Paket nicht über bestehende Massnahmen hinausging und die Befürchtungen über mögliche Störungen im Energiefluss auf dem Nahen Osten damit abgewichen wurden. Der US-Zins auf 10-Jahres-Anleihen fiel um 4 Basispunkte auf 4,66% und reduzierte damit den jüngsten Anstieg, der ihn auf 4,75% gebracht hatte, ein mehrmonatiges Hoch.
Die zweijährige US-Rendite fiel auf 4,215%, die 30-jährige Rendite sank auf 5,197%, wobei sie von den 19-jährigen Höchstständen über 5,33% in diesem Monat zurückgegangen ist. In Europa verringerten sich die zehnjährigen Bund-Renditen der Deutschen Bank auf 3,217%, die zehnjährigen OAT-Renditen Frankreichs auf 4,117% und die zehnjährigen BTP-Renditen Italiens auf 4,080%. Die Stabilisierung kam nach einem Wochenende mit intensiverer geopolitischer Rhetorik, die letztlich keine neuen Beschränkungen für den iranischen Ölexport enthielt.
Die Rendite der US-Bundsfutures wurde zusätzlich durch Berichte gestützt, dass das US-Finanzministerium auf seine Kassenbestandnisse im Gesamtbuchungskonto (TGA) von 940 Milliarden USD zurückgreifen könnte, um ein erweitertes Programm für den Rückkauf von Anleihen zu finanzieren. Die Analysten wiesen darauf hin, dass die Ausnutzung vorhandener Rücklagen anstelle von zusätzlichen kurzfristigen Schuldtiteln die Nettoangebot von Schulden reduziert, die die primären Händler absorbieren müssen, und damit den Druck auf die Marktliquidität abnimmt.
Die Brent-Rohstoff-Futures bewegten sich nahe dem Niveau von 91,50 USD je Barrel und reduzierten die über Nacht erzielten Gewinne, da das zurückhaltende Ergebnis der Sanktionen das Risiko sofortiger Lieferverstörungen verringerte. Die Stabilisierung der Energiekosten wirkte sich positiv auf die Inflationserwartungen aus, die zur jüngsten Erhöhung der langlaufenden Zinsen beigetragen hatten.
Der Fokus der Marktbeobachtung richtet sich nun auf bevorstehenden Katalysatoren, darunter die Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals von Nvidia am Mittwoch und die Eröffnungsrede von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh auf dem Jackson Hole Symposium am Freitag. Die Händler werden beide Ereignisse genau unter die Lupe nehmen, um nach Signalen für die Entwicklung der Geldpolitik und nach der Nachfrage nach hochwertigen Unternehmensschulden, insbesondere von Anbietern von AI-Infrastruktur, suchen.












