Der deutsche Leitindex DAX rückte am Dienstag zurück und erweiterte die Verluste vom bisherigen Rekordhoch aus der Vorwoche, da die Preise für Brent-Rohöl über 90 US-Dollar pro Barrel kletterten und die Renditen von Staatspapieren stark stiegen. Der DAX schloss 0,80 % niedriger bei 26.128,36 Punkten und entfernte sich weiter von seiner jüngsten Höchste von fast 26.574 Punkten, die am vergangenen Mittwoch erreicht wurde.
Der breitere MDAX sank um 1,60 % auf 31.839,83, während der Euro Stoxx Index um 1 % zurückging. In den USA fiel der Dow Jones Industrial Average um 0,5 % und der Nasdaq 100 um 1,7 %, was einen breiten Rückzug bei Risikovermögennständen widerspiegelt.
Die Ölpreise blieben ein wesentlicher Faktor. Die Brent-Nachbarterminkontrakte stiegen über die 90 US-Dollar pro Barrel hinaus, ein Niveau, das in den letzten Sitzungen nicht erreicht wurde. Analysten führten die Steigerung auf die Befürchtungen hinsichtlich der knappen Versorgung und der geopolitischen Risiken zurück, einschließlich des ungelöst gebliebenen Status des Iran-Konflikts. US-Präsident Donald Trump erklärte auf Truth Social, dass “derzeit weder Gespräche stattfinden noch welche geplant sind”, was den Mangel an diplomatischen Fortschritten unterstreichen könnte.
Auch die Rentenmärkte hatten Auswirkungen auf die Aktienmärkte, da die Renditen langfristiger Staatspapiere deutlich gestiegen sind. Der Anstieg der Renditen hat die relative Attraktivität von Aktien, insbesondere für kapitalrentierorientierte Anleger, beeinträchtigt.
Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von Siemens Energy um 5,2 %, nachdem zuvor eine Periode der Volatilität herrscht hatte. Asta Energy Solutions, ein Neuling im SDax, stieg um 7,3 %, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose aus einem Viermonats-Tief angehoben hatte. 1&1 sprang nach den Nachrichten, wonach der Mutterkonzern United Internet unter Führung von CEO Ralph Dommermuth, eine Kauforder für bis zu 6 Millionen 1&1-Aktien plazierte, um mehr als 8 % an Wert.
Der Werkzeughersteller Einhell meldete Halbjahreszahlen, die die Jahresprognose erfüllten, aber enttäuschten bei Umsatz und Vorsteuergewinn, welcher nach Angaben von Warburg-Analyst Philipp Kaiser “nur knapp über seinen Prognosen” lag. Die Aktien von Einhell schlossen knapp 6 % tiefer. Auch Lanxess fiel um 3,7 % nachdem Berenberg das Unternehmen auf „Underperform“ senkte.
Schott Pharma legte 2,6% zu, nachdem die Barclays Bank einen potenziellen Trendumkehr für den Spezialpharmakonzern hervorgehoben hatte, der drei Jahre lang mit abnehmenden Gewinnprognosen konfrontiert war.
Der Rückzug des Marktes folgte auf einen starken Wochenstart, bei dem der DAX sich kurz an das Rekordterritorium genähert hatte, um dann aber dem erneuten Druck durch steigende Rohstoffkosten und höhere Kreditkosten zu entkommen.










