Die Preise für Gaming-Hardware in Deutschland sind 2026 deutlich gestiegen. Auslöser sind anhaltende Chipknappheiten und die hohe Nachfrage aus KI-Rechenzentren. Das geht aus Branchenzahlen hervor, die vor der Gamescom in Köln veröffentlicht wurden.
Die Ausgaben für Gaming-Hardware beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf 1,3 Mrd. Euro – ein Rückgang von 8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die gesamten Spieleinnahmen in Deutschland sanken um 3 % auf rund 4,2 Mrd. Euro. Der Umsatz mit Videospielen ging um 1 % auf 2,3 Mrd. Euro zurück, während Online-Gaming-Dienste inklusive Cloud-Plattformen um 3 % auf 600 Mio. Euro zulegten.
Die Kostenexplosion bei Hardware wird mit dem sogenannten «RAMageddon» in Verbindung gebracht: Die Preise für Speicherchips sind aufgrund der starken Nachfrage aus KI-Infrastrukturprojekten stark gestiegen. Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands Game, erklärte, dass die hohen Preise Käufer abschrecken – insbesondere solche, die erst kürzlich auf neue Konsolen wie die Nintendo Switch 2 umgestiegen sind.
Die Nintendo Switch 2, im Frühjahr 2025 auf den Markt gebracht, hatte während ihres Launchs einen vorübergehenden Umsatzschub ausgelöst. Dieser Basiseffekt belastet nun die aktuellen Zahlen. Falk betonte zudem, dass die KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips die Knappheit verlängert – ein Ende sei nicht absehbar. «Wann das RAMageddon endet, weiss ich auch nicht. Das hängt stark von der KI-Entwicklung ab», sagte er.
Die Gamescom, die grösste Spielemesse der Welt, organisiert von der Koelnmesse, öffnet nächste Woche in Köln mit über 1.600 Ausstellern und übertrifft damit den Rekord des Vorjahres von 1.568 Ausstellern. Rund zwei Drittel der Teilnehmer kommen aus dem Ausland, während die Ausstellungsfläche mit 233.000 Quadratmetern unverändert bleibt. Gerald Böse, Vorstandsvorsitzender der Koelnmesse, bezeichnete die Gamescom 2026 als Schaufenster für Wachstum, internationale Strahlkraft und Community-Engagement.
Die Besucherzahlen der Messe lagen 2025 bei 357.000 – unter dem Rekord von 373.000 aus dem Jahr 2019. Die Veranstalter setzen nun weniger auf neue Besucherrekorde, sondern auf digitale Formate und Innovation. Das Motto der Messe lautet: «Games machen Lust auf Zukunft».
Branchenvertreter hoben zudem die Bedeutung von Innovation und Unternehmertum für die Zukunft des Sektors hervor. Falk betonte, wie wichtig es sei, neue Technologien und Geschäftsmodelle im Gaming-Bereich zu fördern.










