Das Bankenkreditrealisierungsvolumen der Eurozone für nichtfinanzielle Unternehmen fiel im August auf die Hälfte, was die direkten und indirekten Auswirkungen der aggressiven Zinserhöhungskampagne der Europäischen Zentralbank zeigt. Der starke Rückgang – von circa 200 Milliarden Euro im Juli auf rund 100 Milliarden Euro – bedeutet eine scharfe Rückgang der Kreditzufuhr, während die Kreditgeber die Bedingungen verschärfen, da sich die Auswirkungen der geldpolitischen Veränderungen im gesamten Gebiet zu steigenden Finanzierungskosten ausweiten. Die jüngste 25-Basispunkte-Steigung durch die ECB im September folgt einer Reihe von Erhöhungen, die sich bereits in den Hypothekarzinsen und den allgemeinen Kreditmärkten abzeichnen, und verstärkt damit den allgemein geltenden Straffungstrend, der Mitte 2022 begann und sich durch 2023 und 2024 erhöht hat.
Während bei Hypotheken die grössten sichtbaren Auswirkungen zu beobachten sind – die Zinssätze reichen von 2,2 % in Spanien bis 4,46 % in Deutschland – sind Geschäftskredite gegenüber der direkten Einflussnahme der EZB durch die kurzfristigen Refinanzierungszinssätze und die Einlagenzinsen weiterhin am stärksten bedroht. Deutsche Banken etwa sind besonders sensible für die langfristigen Anleihezinsen, die gemeinsam mit der Erhöhung der geopolitischen Risiken und der Inflationssorgen gestiegen sind. In Frankreich, wo festsattelnde Hypotheken mit 99,6 % der neuen Kredite dominieren, sind die Durchschnittsraten von 3,44 % auf 3,54 % im August gestiegen, wobei Makler einen weiteren Anstieg auf 3,8 % – 4 % bis Jahresende prognostizieren. Für eine 20-jährige festsattelnde Hypothek im Wert von 200 000 € würde dies zu monatlichen Abzahlungen von etwa 37 € oder insgesamt 8 930 € an Zinsen (bezogen auf die Laufzeit) führen, wenn die Inflation weiterhin erhöht bleibt. Gleichzeitig steigen die nominalen Zinssätze (TAN) für italienische variable-zinsliche Kreditnehmer unmittelbar nach der Entscheidung der EZB von 2,80 % auf 3,05 %. Festsattelnde Hypotheken in Italien sind dagegen stärker an langfristige Swap-Zinssätze gebunden, wobei Makler für das Jahresende ein Bandbreite von 3,46 % – 3,75 % prognostizieren.
Der spanische Hypothekarmarkt hat sich ebenfalls angepasst. Die festen Zinssätze sind von 2 % – 2,5 % auf 2,2 % – 2,8 % angewachsen, seit Juni. Hypothekendarlehen mit Euribor-Anbindung – wie in Spanien üblich – haben eine Steigerung des Euribor von 2,172 % auf 3,101 % erlebt, wodurch die monatlichen Zahlungen für einen 30-jährigen Kredit über 200.000 € um 99 € pro Monat steigen. Mischrate-Hypothekendarlehen, die fest und variabel vereinbarte Laufzeiten kombinieren, sind ebenfalls leicht gestiegen, obwohl der Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten weiterhin sehr hart ist, und einige Banken haben die Zinssätze um bis zu 0,5 Prozentpunkte erhöht, um ihre Verkaufsziele zum Jahresende zu erreichen.
Die deutschen Banken wurden dabei von den souveränen Rentenmärkten am stärksten beeinflusst, die mit der Preisvolatilität der Energie und der geopolitischen Spannungen stiegen. Die festen Hypothekenzinsen in Deutschland steigen von 3,99 % auf 4,24 %, und einige Makler rechnen mit weiteren Preisvolatilitäten. Trotz höherer Kreditkosten bleibt der Nachfrage nach Eigenwohnungen eine hohe Bedeutung zusprochen, auch wenn steigende Transaktionskosten und Hypothekenzinsen eine zunehmende Wohnungsunsicherheit zu Folge haben. Die deutschen Banken haben die Kreditbedingungen insgesamt nicht signifikant verschärft, da sie auf eine gute Finanzlage und wettbewerbsfähige Einlagenzinsen verweisen. Das wirtschaftliche Umfeld ist jedoch insgesamt ungewiss.
Die mittlere der EZB hat weitreichendere Auswirkungen auf das Unternehmenskreditwesen. Obwohl die Banken noch keine strenkeren Kreditstandards eingeführt haben, ist der Übermittlungsmechanismus eindeutig: Höhere Refinanzierungskosten und Einlagenzinssen ziehen an der Profitabilität insbesondere kleinerer und kleinerer Unternehmen. Die Schrumpfung der Kreditvergabe spiegelt sowohl die unmittelbare Wirkung der EZB-Politik als auch die mittelbaren Effekte der steigenden Staatsanleihenrenditen und der Marktvolatilität wider. In der Zukunft wird sich die weitere Vorgehensweise der EZB – ob weitere Anhebung oder Aufschiebung – darüber entscheiden, ob der gespannte Trend sich fortsetzt oder stabilisiert. Hieraus könnten mögliche Wirkeffekte auf die Unternehmensfinanzierung, Investitionen und die Wirtschaftswachstum in der Eurozone resultieren.













