Die europäischen Aktienmärkte legten am Donnerstag zu und holten damit die Verluste der Vortagssitzung auf. Getrieben wurden die Kursgewinne vor allem durch starke Quartalszahlen des niederländischen Zahlungsdienstleisters Adyen.
Der Stoxx Europe 600 stieg bis Mittag um 0,6 %, der DAX in Frankfurt gewann 0,5 %, der CAC 40 in Paris stieg um 0,4 % und der FTSE 100 in London legte um 0,3 % zu. Das Handelsvolumen blieb moderat – ein Zeichen für die vorsichtige Haltung der Anleger angesichts wichtiger US-Konjunkturdaten, die im Laufe der Woche anstehen.
Adyen, das in Amsterdam ansässige Fintech-Unternehmen, war unter den Large-Caps der stärkste Wert und legte um 8,2 % zu. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 950 Millionen Euro im zweiten Quartal – damit lag es über den Analystenerwartungen von 930 Millionen Euro. Der bereinigte Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 22 % auf 280 Millionen Euro, gestützt durch ein Plus von 25 % bei den abgewickelten Transaktionen. Zudem hob Adyen seine Jahresumsatzprognose auf 3,8 bis 3,9 Milliarden Euro an – zuvor lag die Spanne bei 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro.
Die Analysten von Jefferies bestätigten ihre Kaufempfehlung für Adyen und verwiesen auf „starke Umsetzung und widerstandsfähiges Wachstum“ trotz makroökonomischer Herausforderungen. „Die angehobene Prognose signalisiert Zuversicht in die anhaltende Nachfrage“, so das Brokerhaus in einer Mitteilung. Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen um 12 % zugelegt und damit den europäischen Technologiesektor outperformt.
Andere Werte profitierten ebenfalls: Die Luxusgütergruppe LVMH stieg um 1,1 %, nachdem sie ein organisches Umsatzplus von 6 % im zweiten Quartal meldete – getrieben von starker Nachfrage in Amerika und Asien. Die Schweizer Uhrenmarke Swatch Group legte um 2,3 % zu, nachdem sie besser als erwartete Halbjahreszahlen vorlegte.
Energie- und Rohstoffwerte blieben dagegen zurück: TotalEnergies gab um 0,8 % nach, Glencore verlor 1,2 %. Der Ölpreis gab nach Gewinnmitnahmen nach jüngsten Kursanstiegen nach, entsprechend sank der Stoxx Europe 600 Oil & Gas-Index um 0,7 %.
Die Anleger richteten ihren Fokus weiterhin auf die bevorstehenden US-Inflationsdaten und die Signale der US-Notenbank. Die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank ist für September anberaumt. Kurzfristige Volatilität bleibt angesichts gemischter Konjunktursignale aus beiden Regionen wahrscheinlich.


