Die europäischen Aktienindizes blieben am Montag kaum in Bewegung, da die Märkte auf eine Ankündigung des US-Finanzministeriums zu neuen Sanktionen gegen den Iran warteten – ein Schritt, der die ohnehin angespannten regionalen Beziehungen weiter belasten könnte.
Der Stoxx Europe 600 schloss nahezu unverändert mit einem Plus von 0,01 % auf 654,22 Punkten. Die regionalen Leitindizes zeigten gemischte Bilder: In Deutschland und Frankreich gab es bescheidene Verluste, im Vereinigten Königreich hingegen Gewinne. Der DAX gab 0,1 % nach, der CAC 40 verlor 0,4 %, während der FTSE 100 um 0,3 % zulegte. Die Handelsvolumina blieben verhalten, da die Teilnehmer die geopolitischen Risiken gegen die gesamtwirtschaftliche Lage abwogen.
Die Ölpreise spiegelten die vorsichtige Stimmung wider: Die Brent-Rohöl-Futures gaben nach dem 5-prozentigen Anstieg der Vorwoche um 1,5 % auf rund 91,27 US-Dollar pro Barrel nach. Der Rückgang folgte auf die verstärkte Volatilität im Zusammenhang mit Entwicklungen in der Straße von Hormus, einem kritischen Schifffahrtsweg, wo die diplomatischen Gespräche zwischen Oman und dem Iran am Dienstag wieder aufgenommen werden sollen.
Der iranische Rial erreichte an den informellen Märkten einen neuen Rekordtiefstand von etwa 2,02 Millionen Rial pro Dollar, verglichen mit dem offiziellen Kurs der Zentralbank von rund 1,5 Millionen Rial – ein Zeichen der wirtschaftlichen Belastung Teherans angesichts anhaltenden Sanktionsdrucks. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, warnte davor, dass jede Eskalation "unbestreitbar" schwerwiegende Folgen haben würde, und betonte: "Unsere Hände sind nicht gebunden."
US-Finanzminister Scott Bessent soll in einer Pressekonferenz um 14:00 Uhr Brasília-Zeit am Montag neue finanzielle Massnahmen gegen den Iran vorstellen und das Vorhaben als "die grösste finanzielle Offensive, die jemals gegen einen Gegner mobilisiert wurde" beschreiben. Die von Beamten als "Economic D-Day" bezeichnete Strategie zielt darauf ab, die Verbündeten des Irans unter Druck zu setzen, ihre Finanzbeziehungen zu Teheran zu kappen, um "ihren Zugang zu den globalen Kapitalmärkten zu vertiefen" und das Marktvertrauen zu stärken.
Die Ankündigung folgt auf das Auslaufen eines im Juni unterzeichneten 90/60-Tage-Memorandum of Understanding, das beide Seiten für tot erklärt hatten, nachdem keine Einigung erzielt worden war. Der frühere US-israelische Angriff auf den Iran Ende Februar hat die Befürchtungen einer weiteren regionalen Eskalation geschürt, wobei die Märkte die diplomatischen und militärischen Entwicklungen genau verfolgen.












