Das Europäische Erdgas befindet sich auf dem Höhepunkt einer fünfwöchigen Gewinnserie – dem längsten Anstig von Wochengewinnen seit vier Jahren – nachdem die Störungen im französischen Energiebereich nachgelassen sind und die Versorgungskonzepte entspannt sind.
Der niederländische Terminkontrakt TTF gewann am Freitag um 2 % und erreichte rund 78,50 Euro pro Megawattstunde. Dies bedeutet, dass er sich von einem Preis niedriger als ein Wochenhoch, welches er in der ersten Woche erreicht hatte, erholte. Trotz des Tagesgewinns kletterte der TTF nur um 1,8 % im Wochenvergleich. Der Grosshandelskontrakt für Erdgas in Grossbritannien (NBP) legte ebenfalls 2 % zu und bewegte sich nahe bei 195,00 Pence pro Therm. Dennoch steht er mit einem 1,9 %igen Wochenverlust vorerst auf der Verliererliste.
Die wöchentliche Rückentwicklung wurde vor allem durch die Beendigung eines Arbeitsstreiks im gesamten französischen Energiesektor verursacht. Die Unterbrechung hatte die Annahme und der Absendung von Erdgas an dem LNG-Terminal in Dünkirchen, dem grössten Importanschluss in Frankreich, eingeschränkt und die Exportströme in den belgischen und deutschen Übertragungsnetzen herabgesetzt, bevor die Betriebsabläufe Mitte der Woche wieder normalisiert wurden.
Der Tagesrückschlag am Freitag spiegelte jedoch anhaltende geopolitische Sorgen wider. Der seit sieben Monaten andauernde Iran-Krieg, Angriffe auf die infrastrukturelle Ausstattung von Öl-Pipelines in Saudi-Arabien und Huthi-Angriffe im Roten Meer haben den Verkehr von LNG-Tankern durch den Hormuskanal eingeschränkt und zwingen die Reedereien, auf kostspieligere Alternativrouten auszuweichen.
Europa steht auch vor einem strukturellen Kapazitätsproblem. Die Lagereinrichtungen haben nach Daten von Gas Infrastructure Europe eine Kapazitätsauslastung von etwa 68,5 Prozent. Damit sind die Versorgungsunternehmen für den bevorstehenden Herbst gegenüber Kälteeinbrüchen direkter gefährdet als zu diesem Zeitpunkt im vergangenen Jahr.
Auf Makroebene erwähnte die Europäische Zentralbank die Preise für Erdgas und Strom als Haupttreiber, der die Inflation in der Eurozone über 3 % treibt. Die Bank of England hielt ihren Zinssatz am Donnerstag bei 3,75 % und warnte vor einer möglichen Zinserhöhung auf 4 % im November.












