Die Renditen der Staatspapiere der Eurozone verlängerten am Mittwoch das Verkaufsdrang, sodass die Referenzrenditen für deutsche 10-Jahres-Papiere auf ein 15-Jahres-Hoch von 3,275 % anstiegen, angesichts fortschreitender Sorgen über die Tragfähigkeit des Schuldendefizits und steigender Ölpreise.
Die 10-Jahresrendite Frankreichs kletterte über die Marke von 4,13 Prozent, was das höchste Niveau seit 2008 darstellt, während die 10-Jahresrendite Italiens über 4,1 Prozent stieg, was quasi den März-Spitzen entspricht. Die 30-Jahresrendite Deutschlands erreichte mit 3,787 Prozent das höchste Niveau seit 2011, wie die Handelssitzungsdaten zeigen. Die allgemeine Straffung der Verbrüfungskosten in der Eurozone spiegelt das Unbehagen von Anlegern in Bezug auf anhaltige Inflation, überhöhte öffentliche Ausgaben und robuste Wirtschaftstätigkeit wider, wobei langfristigere Anleihen am stärksten betroffen sind.
Die Geldmärkte haben ihre Wetten auf weitergehende Straffung der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr erhöht, was in etwa 45 Basispunkte an zusätzlichen Zinserhöhungen einkalkuliert. Freitag waren es noch 40 Basispunkte. Der von der Europäischen Zentralbank berechnete Kurs steht in Kontrast zu der relativen Ruhe auf dem US-amerikanischen Staatsanleihemarkt, wo die 10-Jahres-Rendite bei 4,7% gehalten wurde und somit den Umfang des weltweiten Verkaufsschubes limitierte.
Die Preise für Rohöl Brent stiegen um mehr als 1 % auf 92,38 USD pro Fass, das höchste Niveau seit Ende Juli. Die geopolitischen Spannungen im Hormuschluß verzeichneten steigende Tendenzen. US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, dass mit Iran keine Verhandlungen laufeten und dementierte so die Behauptungen Teherans, der Durchgangsweg sei gesperrt. Der Konflikt hat die Volatilität der Energiemärkte weitere Dynamik verliehen.
Deutschland hat am Mittwoch eine Schuldanleih-Auktion durchgeführt und 3,8 Milliarden Euro an 10-jährigen Anleihen verkauft, was hinter den von Analysten prognostizierten 6 Milliarden Euro lag. Michael Weidner, Co-Chef der Abteilung Global Fixed Income bei Lazard Asset Management, bemerkte, dass Anleger in den entwickelten Märkten zunehmend auf die Tragfähigkeit der Staatsschulden achten, während die dünnere Liquiditätslage am Sommermarkt die Bewegungen der Anleihenmärkte verstärken könnte. Er fügte hinzu, dass noch ungeklärte geopolitische Risiken, insbesondere rund um den Iran, das Stimmungsbild weiterhin belasten.











