Ein Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank hat angedeutet, dass die Zinssätze weiter steigen müssen, um sicherzustellen, dass die Inflation wieder das Ziel erreicht, und verweist auf anhaltige Aufwärtspotenziale in der wachsenden Wirtschaft der Eurozone und geopolitische Spannungen.
Isabel Schnabel, Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der aktuelle Kurs der Politik die mittelfristige Inflationszielsetzung der Bank vermutlich nicht erreichen wird. "Mit dem derzeitigen Zinspegel wird die Inflation auf mittelfristige Sicht kaum wieder auf das Ziel zurückkehren", sagte sie. "Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein."
Schnabels Bemerkungen unterstreichen die Befürchtungen, dass die Inflationsdrucke trotz vorheriger monetärer Straffung weiterhin erhöht bleiben. Die Wirtschaft der Eurozone hat unerwartete Stärke gezeigt, während die Unterbrechungen in der Lieferkette, die mit dem Konflikt im Nahen Osten verbunden sind, weiterhin Risiken für die Preisstabilität darstellen. Die EZB hat in den vergangenen Jahren die Zinsen aggressiv angehoben, um die Inflation zu bekämpfen. Die Inflation erreichte im Jahr 2022 einen Höchstwert von über 10%, hat sich aber seitdem auf etwa 2,5% im zweiten Halbjahr 2026 gesenkt.
Die nächste Sitzung der Zentralbank ist für den 11. September geplant, wo weitere Richtlinien zum Zinspfad erwartet werden. Die Märkte rechnen mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte, obwohl Schnabels Kommentare auf eine gehäuderte Haltung hinweisen, falls die Inflation sich nicht wie erwartet entspannen sollte.












