Die Aktien von DocMorris gingen am Mittwoch im frühen Handel um 3,2% auf 9,32 Schweizer Franken zurück und wiedergaben damit die Gewinne, obwohl die Gesellschaft über einen starken ersten Halbjahr 2026 und eine aufgestiegene Jahresprognose verfügte. Die Online-Apotheke meldete einen Anstieg der Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) um 38% und einen Sprung bei den Einnahmen aus digitalen Diensten um 71%. Die Reaktion der Märkte blieb jedoch negativ.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) behielt für DocMorris die Einschätzung "Hold" bei und führte ein ausgewogenes Wachstum sowie Kosteneffizienz als wichtige Faktoren an. Die Bank merkte an, dass geplante personalstrukturelle Veränderungen, bei denen 7% der Vollzeit-Stellen betroffen sein könnten, den betrieblichen Druck mindern könnten. Das Unternehmen steht jedoch vor strukturellen Herausforderungen, einschließlich eines Refinanzierungsbedarfs im Jahr 2027 und negativer Cash-Flow und operativer Ergebnisse.
DocMorris möchte diese Risiken reduzieren, indem sie einen positivenFree-Cashflow erzielt und das Eigenkapital durch eine bevorstehende 50 Millionen Schweizerfranken Konvertible Obligation stärkt. Der Ausblick der ZKB entspricht einem vorsichtigen Marktkonsens: Fünf Analysten bewerten die Aktie mit «Buy», vier halten sie bei «Hold» und keiner empfiehlt das Verkaufen. Der durchschnittliche Kursziel liegt bei 11,54 Schweizer Franken, was einem Potenzial von 20% zumuten würde.
Der Rückgang der DocMorris-Aktien resultiert aus zwei wesentlichen Faktoren. Erstens dem Phänomen „sell the news“, da die mittelfristige Handelsmitteilung des Unternehmens bereits einen starken regelmaßgedehnten Wachstum berücksichtigt hatte. Zweitens dem Wettbewerbsdruck von Redcare, dessen deutsche Regelmaßumsätze um 58% zugenommen sind – und damit die Zunahme von DocMorris von 38% übersteigen. Die Investoren stehen nun vor dem Risiko einer weiteren Marktanteilserosion, die zu dem negativen sentiment beiträgt.
Die revidierten Bewertungen der ZKB – verbessert von vier „Kaufen“, vier „Halten“ und einem „Verkaufen“ vor sechs Monaten – deuten auf eine wachsende Zuversicht in die langfristigen Aussichten der Aktie hin, trotz kurzfristiger Gegenwärtigkeiten.









