Das Walt-Disney-ABC-Television-Netzwerk hat am Montag eine Klage gegen die Federal Communications Commission (FCC) in das Bundesbezirksgericht für den Bezirk Washington, D.C. eingereicht. Das Netzwerk wirft der Regulierungsbehörde vor, seine Rundfunklizenzen illegal zu untergraben, weil es auf Sendungen wie The View und Jimmy Kimmel Live kritische Kommentare zur Trump-Administration ausgestrahlt hat.
Die Klage behauptet, die FCC habe ihre Maßnahmen – einschließlich einer Untersuchung der DEI-Programme von Disney und einer früheren Überprüfung der acht lokalen Rundfunklizenzen von ABC – ohne rechtliche Grundlage ergriffen. ABC argumentiert, die FCC-Untersuchung und die beschleunigte Lizenzverlängerungsverfahren seien nach dem Ausstrahlung von kritischen Kommentaren auf ihren Sendern eingeleitet worden und nicht aufgrund eines substantiellen Verstoßes gegen die Anti-Diskriminierungsvorschriften.
Der Konflikt reicht zurück bis zum letzten Jahr, als der FCC-Vorsitzende Brendan Carr eine Untersuchung der DEI-Initiativen von Disney einleitete, um die Einhaltung der Anti-Diskriminierungsvorschriften zu überprüfen. Die ABC-Verantwortlichen sahen die Untersuchung als politisch motiviert an und nicht als eine rechtmäßige Überprüfung. Die Spannungen eskalierten im April, als die FCC bekanntgab, die Lizenzverlängerung der acht lokalen Rundfunklizenzen von ABC voranzutreiben, was ABC als unüblich und als Druckmittel gegen das Netzwerk sah.
Die Klage behauptet, die Maßnahmen der FCC seien ein illegales Versuch, geschützte Meinungsäußerungen zu unterdrücken und ABC wegen seiner redaktionellen Haltung zu bestrafen. Die FCC hat noch nicht auf die rechtliche Herausforderung in der Gerichtsbarkeit reagiert. Ein Sprecher der Behörde hat sich aufgrund laufender Verfahren zu einem Kommentar verweigert.
Die rechtliche Klage von Disney verlangt eine Erklärung und eine einstweilige Verfügung, einschließlich eines Gerichtsbeschlusses, der der FCC verbietet, die DEI-Untersuchung oder die Lizenzprüfungsverfahren zu nutzen, um Strafmaßnahmen oder Lizenzverlängerungen zu verweigern. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen über die Schnittstelle zwischen Medienregulierung, politischer Meinungsäußerung und der Ermessensspielraum der FCC auf.



