Firmen, die zum deutschen DAX-Index hinzugefügt wurden, haben sich nach ihrer Aufnahme in den Index historisch gesehen schlechter entwickelt als der breitere Markt, so eine Analyse der Deutschen Bank, die zwei Jahrzehnte der Indexänderungen umfasst.
Die Analyse, die auf 41 Neuantrittsvorfällen seit dem Jahr 2000 beruht, ergab, dass die Aktien üblicherweise vor dem Beitritt zum Blue-Chip-Index stiegen, sich danach jedoch wieder rückten. Die mediane Entwicklung der neuen Mitglieder zeigte, dass sie in das DAX im ersten Jahr mit 8% unterperformten, während nur 39% den Index in dieser Zeit übertrafen. Am Rebalancetag selbst lagen die neuen Aktien im Durchschnitt 2% hinter dem Index, während die Aktien, die aus dem Index ausgeschieden wurden, diesen mit demselben Margen übertrafen.
Die Analysten der Deutsche Bank stellten fest, dass die Rally vor der Aufnahme in den DAX häufig unrealistische Erwartungen weckt. "Die Aufnahme in den DAX wirkt sich nicht so positiv auf die Kursentwicklung der Aktien aus, wie man erwarten könnte", heisst es in dem Bericht. "Da Unternehmen meist vor der Indexaufnahme zulegen, unterperformen ihre Aktien nach der Aufnahme in den Index."
Die Liquiditätseffekte waren für neue Mitglieder günstiger, wobei die Handelsvolumina um durchschnittlich 15 % stiegen. Unternehmen, die aus dem DAX entfernt wurden, sahen hingegen einen Durchschnittsrückgang der Handelsvolumina von 15 %. Die Analyse zeigte auch, dass die ausgeschlossenen Unternehmen bereits im Jahr vor ihrer Ausschluss 33 % unter dem Durchschnitt performten und im Jahr nach ihrem Abgang 14 % hinter dem Durchschnitt zurückblieben.
Die Ergebnisse kommen vor dem geplanten Überprüfungsdatum des DAX am 3. September, bei dem die Änderungen zum 21. September in Kraft treten. Die Überprüfung erfolgt nach dem Stichtag vom 31. August für die Preisbewegungen der Aktien, die die Ergebnisse der Aufnahme bestimmen. Carolin Raab von der Deutschen Bank, die an der Analyse beteiligt war, betonte, dass die Mitgliedschaft im Index allein keine Garantie für langfristige Überperformance bietet.
Während Verbesserungen der Liquidität einigen Börsenkursen zugutekommen können, deuten die Daten darauf hin, dass die Aufnahme in den DAX kein zuverlässiger Faktor für langfristige Aktiengewinne ist.












