Die deutschen Aktienmärkte standen Mitte der Woche unter Druck, da der Preis für Brent-Rohöl über 100 USD pro Barrel stieg und damit die Sorgen über die Energiekosten in ganz Europa verstärkte. Der DAX fiel um 1,7 % auf 25.560 Punkte und erreichte damit sein tiefstes Niveau seit Ende Juli. Sollten die Verluste auch im Nachmittagsgeschäft weiter fortgesetzt werden, wäre dies der schlechteste Handelstag für den Index seit März.
Das Vergleichsöl Brent überschritt am Mittwoch die Marke von 100 USD, womit die Jahresperformance von 64% weiter ausgebaut wurde. Raffinierte Produkte wie Diesel stiegen noch stärker, angetrieben durch den zunehmenden Konflikt im Nahen Osten, der nun bis zum Roten Meer in der Nähe Saudi-Arabiens vordringt. Die europäischen Erdgaspreise stiegen zum vierten Mal in Folge.
Jim Reid, Strategieberater der Deutsche Bank, schrieb, dass die Investoren weitere Unterbrechungen der Ölproduktion und -transporte sowie anhaltig höhere Energiekosten einkalkulieren. "Der Skepsis wächst, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten signifikant sinken werden", sagte Reid.
Für die Zukunft werden die Marktteilnehmer vor der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag wahrscheinlich beim Käufe von Aktien zurückhalten. Die Zentralbank wird wahrscheinlich ihren zweiten Zinsschritt des Jahres verkünden.
Der MDax, der den Mid-Cap-Börsen in Deutschland nachverfolgt, fiel um 1,4 % auf 32.090 Punkte. Der gesamteuropäische EuroStoxx 50-Index fiel ebenfalls und setzte damit den allgemeinen Abverkauf in der gesamten Region fort.
Unter den Einzelnamen stiegen die SAP-Aktien trotz der schwachen Marktentwicklung um 2,2 %, nachdem sie am Vortag unter Verkaufsdruck geraten waren, der durch neue Bedenken an der Wall Street über den Wettbewerb im Bereich künstlicher Intelligenz im Softwaresektor ausgelöst wurde. Die Deutsche Bank senkte die Einstufung für Beiersdorf von Hold auf Sell und sendete die Aktien des Unternehmens um 1,9 % zurück. Andere Technologieaktien hatten es schwer, Infineon, Aixtron, Jenoptik und PVA Tecla gaben zwischen 2,7 % und 4,3 % ab.
Die Deutsche Börse gab bekannt, dass sie zum Finanzieren allgemeiner Unternehmensaufgaben und Verbindlichkeiten 600 Millionen Euro an wandelbaren Anleihen ausgeben wird. Ihre Aktien fielen um 2,5%.
Quellen: dpa-AFX, Benjamin Krieger.













