Hengli-Gruppe verdächtigt: Chinesischer Raffiner beteiligt sich an Finanzierung Irans über sanktionierte Öle
US-Regierungsbehörden werfen der Hengli Group vor, 1 Milliarde US-Dollar an Zahlungen an Iran über den Kauf sanktionierter Öle ermöglicht zu haben, was gegen die Sanktionsvollzugsregeln verstößt.

US-Behörden haben der chinesischen Hengli Group vorgeworfen, durch den Kauf von sanktioniertem iranischem Öl rund 1 Milliarde Dollar an Zahlungen an den Iran abgewickelt zu haben. Dies geht aus einem Bericht des Wall Street Journal hervor.
Die Vorwürfe, die in einem von der Zeitung eingesehenen Dokument dargelegt werden, besagen, dass die Transaktionen der Hengli Group die Durchsetzung der US-Sanktionen umgangen hätten, indem Zahlungen über Zwischenbanken und Handelsstrukturen geleitet wurden. Der Raffineriebetreiber, einer der grössten privaten Ölverarbeiter Chinas, hat sich bisher nicht öffentlich zu den Anschuldigungen geäussert.
Dem mutmasslichen System sollen Käufe von iranischem Rohöl zugrunde gelegen haben, das seit 2018 US-Sanktionen unterliegt. Die Zahlungen seien reportedly über ein Netzwerk von Entitäten abgewickelt worden, das den Ursprung der Gelder verschleiern sollte – eine gängige Methode zur Umgehung von Sanktionen. Das Dokument stützt sich auf nicht namentlich genannte Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.
Die Vorwürfe fallen in eine Phase verstärkter Überprüfung der Rolle chinesischer Unternehmen bei der Abwicklung von Handelsgeschäften mit dem Iran, einem Land, das umfassenden internationalen Sanktionen unterliegt. US-Beamte haben bereits früher darauf hingewiesen, dass Unternehmen, die an solchen Transaktionen beteiligt sind, mit Strafen wie Geldbussen und dem Ausschluss vom US-Finanzsystem rechnen müssen.
Die Hengli Group mit Sitz in Dalian betreibt eine der grössten unabhängigen Raffinerien Chinas und war in der Vergangenheit ein bedeutender Importeur von iranischem Öl. Die Aktivitäten des Unternehmens haben sowohl in den USA als auch in China das Interesse der Regulierungsbehörden geweckt, doch bisher wurden keine offiziellen Anklagen oder Vollzugsmassnahmen öffentlich bekannt.
Der Fall verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die globalen Ölmärkte bei der Einhaltung von Sanktionen stehen – insbesondere wenn grosse Abnehmer wie China versuchen, günstiges Rohöl zu sichern, ohne direkt gegen die US-Beschränkungen zu verstossen.
Sophie covers currency markets and central bank policy across Europe, with a focus on how rate decisions ripple through FX pairs. She has been tracking the ECB's policy path since the start of the current easing cycle.
Mehr von Sophie Laurent →

