Die Brent-Rohstoff-Futures haben die Bandbreite von 80 bis 90 US-Dollar überschritten und sich auf 92 US-Dollar je Fass genähert, da geopolitische Störungen auf zentralen Transitrouten die Sorge um die Versorgung verstärken. Die Rally folgte der Auslaufen der 60-tägigen Einfuhr-und Export-Stillstandsvereinbarung zwischen den USA und dem Iran, die Washington nicht verlängerte, während Teheran die Drohungen verschärfte und einen Tanker in der Straße von Hormus Festnahm. Angriffe der Houthis auf die Ölinfrastruktur in der Roten See haben die regionalen Ausfuhren weiter begrenzt und damit die Markttreibigkeit verstärkt.
Die Transithandelsmengen durch den Hormuskanal sind von 18 Millionen Barrel pro Tag (bpd) vor dem Krieg auf 4,9 Millionen bpd gesunken, wie Daten von Kpler zeigen. Die Nahost-Oelexports haben sich ebenfalls von 21 Millionen bpd auf 9,5 Millionen bpd reduziert. Bloomberg veröffentlichte einen internen Behauptung, dass die tatsächlichen Transithandelsmengen möglicherweise über die Schätzungen von Kpler liegen. Das US-Energieministerium gab einen Wert von 9 Millionen bpd bekannt, der dieselben Anpassungen wie Kpler berücksichtigt – für alternative Routen und die sogenannten „Shadow-Flotte“.
Die angespannten Lieferbedingungen haben die Diskussionen darüber wieder angefacht, dass Brent-Rohöl potenziell die Marke von 100 US-Dollar pro Fass erneut erreichen könnte. Anfangs spekulierten die Finanzmärkte, dass North Sea-Rohöl in extremen Umständen bis zu 150 US-Dollar pro Fass erreichen könnte. Analysten warnen jedoch, dass solche Szenarien davon abhängig sind, ob die Störungen auf Dauer anhalten und eine geopolitische Eskalation eintreten.
Makroökonomische Faktoren wirken sich auch auf die Öldarstellungen aus. Die Wahrscheinlichkeit eines Zinserhöhungsausspruchs der Fed im September ist auf 34% gesunken, was den Druck auf den US-Dollar milderte und die Rohölpreise unterstützte. Zum Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Ende 2026 ist von früheren Prognosen herabgestuft worden auf 64%. Seitdem haben geopolitische Risiken die Wahrscheinlichkeit einer Straffung im Jahr 2026 laut Marktpreisbildung auf 70% angehoben.
Auf der Nachfrage-Seite haben die strategischen Petroleumreserven der USA auf das niedrigste Niveau seit 1982 gesunken, und in der vorangegangenen Woche wurden 5,3 Millionen Barrel reduziert. Dieses Ausbleiben veranschaulicht die Belastung der Notvorräte vor dem Hintergrund der langanhaltenden globalen Lieferengpässe.









