Der IGP-10-Index für Brasilien sank im August um 0,51%, was den ersten monatlichen Rückgang seit März darstellt und auf weichere Kostenbelastungen in der Wirtschaft hinweist.
Der Index, der die Preise in der Großhandel, bei den Verbrauchern und im Bauwesen über einen Zeitraum von 10 Tagen bis zum 10. eines jeden Monats misst, sank von einem Plus von 0,21% im Juli. Der Rückgang wurde durch niedrigere Großhandelspreise, insbesondere bei landwirtschaftlichen und industriellen Rohstoffen, getrieben, die moderaten Preiserhöhungen bei den Verbrauchern entgegenwirkten.
Wirtschaftsexperten sahen den Rückgang als Bestätigung der Erwartungen von moderierender Inflation an, obwohl die Politik der Zentralbank weiterhin im Fokus steht. Die brasilianische Zentralbank hat eine restriktive Geldpolitik beibehalten, um die Inflation zu bekämpfen, und die Selic-Zinsen liegen derzeit bei 10,50%. Der IGP-10-Wert folgt jüngsten Daten, die zeigen, dass die Inflation bei den Verbrauchern im Juli auf 4,07% im Vergleich zum Vorjahr sank, von 4,50% im Juni.
Der Rückgang im IGP-10-Index könnte die Erwartungen einer milderen Wende in der Geldpolitik stärken, wenn die Inflation weiterhin nachlässt. Allerdings haben die Politiker betont, dass sie auf die Daten angewiesen sind, und die nächste Politikbesprechung ist für September geplant. Die Komponenten des IGP-10-Index – Großhandelspreise (IPA), Verbraucherpreise (IPC) und Baukosten (INCC) – trugen alle zum Gesamtverlust bei, wobei IPA um 1,05% sank und IPC um 0,10% stieg.
Marktteilnehmer werden den Trend im IGP-10-Index engmaschig verfolgen, da dieser frühe Signale über die breiteren Preisdynamiken liefert, bevor die offiziellen Inflationsberichte vorliegen.



