Der norwegische Energiedienstleister Aqualis, vormals bekannt als ABL Group, meldete für das zweite Quartal 2026 einen um 10 % gestiegenen Umsatz auf 90,8 Mio. USD – angetrieben ausschliesslich durch organisches Wachstum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich um 175 % auf 4,4 Mio. USD, während das bereinigte EBIT um 71 % auf 5,3 Mio. USD zulegte. Die bereinigte EBIT-Marge stieg damit von 3,1 % im Vorquartal auf 5,8 %.
Die Kapitalrendite (Return on Capital Employed, ROCE) erreichte im Quartal 15,6 %, nach 10,2 % für das Gesamtjahr 2025, blieb jedoch unter dem Ziel von 20 % für 2027. Die Betriebskosten stiegen um 7 % gegenüber dem Vorquartal, was teilweise die Umsatzsteigerung dämpfte. Aqualis schüttete im Quartal eine Dividende von 6,3 Mio. USD aus – das sechste Jahr in Folge mit steigenden Ausschüttungen und einer Rendite von 10,27 %. Die Cash-Position zum Quartalsende belief sich auf 8,7 Mio. USD, nach Neubewertung zuvor 12,1 Mio. USD, während die Nettoverschuldung 20,4 Mio. USD betrug.
Der Umsatz lag damit rund 2,2 Mio. USD unter den Analystenerwartungen, die mit 93 Mio. USD gerechnet hatten. Die Aktie von Aqualis stieg im vorbörslichen Handel um 1,6 % auf 8,90 USD, nachdem sie am Vortag bei 8,76 USD geschlossen hatte. Das Unternehmen ist in 44 Ländern aktiv und beschäftigt fast 2.000 Mitarbeiter – seit 2018 hat sich die Belegschaft verzehnfacht.
Die Segmentergebnisse fielen unterschiedlich aus: ABL steigerte den Umsatz um 9 % gegenüber dem Vorquartal und erzielte eine EBIT-Marge von 19 %, gestützt durch starke Aktivitäten in Europa und dem Nahen Osten. AGR verzeichnete ein Umsatzplus von 12 %, getrieben von Bohrlochaktivitäten in Australien, während OWC zwar einen stabilen Umsatz meldete, aber durch Kostensenkungen die Profitabilität verbesserte. Longitude steigerte den Umsatz dank höherer Auslastung seiner Mitarbeiter und erreichte nach Effizienzsteigerungen wieder eine EBIT-Marge von 19 %. Öl und Gas machten rund 75 % des Gesamtumsatzes aus.
CEO Hege Marie Norheim betonte das deutliche Wachstum beim bereinigten EBIT, das vor allem auf ABL und Longitude zurückzuführen sei. CFO Stuart Jackson hob hervor, dass das Umsatzwachstum vollständig organisch war und die anhaltende Kostendisziplin widerspiegele. Die gestiegene Working Capital-Bindung zum Quartalsende sei ein zeitliches Phänomen, das sich voraussichtlich im dritten Quartal normalisieren werde, sobald die Rechnungen beglichen seien. Die Übernahme von SynergenOG am 1. Juli wurde bereits abgeschlossen, die Konsolidierung erfolgt im dritten Quartal.












