Der brasilianische Einzelhandelskonzern Americanas SA hat am Dienstag einen stärkeren als erwarteten Umschwung im ersten Halbjahr 2026 gemeldet, bleibt aber aufgrund der Restrukturierungsanstrengungen im Verlustbereich.
Die Gesellschaft, die im Januar 2023 den Insolvenzantrag gestellt hat, meldete, dass ihr angepasster EBITDA im H1 2026 auf 1,2 Milliarden Real (230 Millionen US-Dollar) gestiegen ist, gegenüber einem Verlust von 1,5 Milliarden Real im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Umsätze sanken um 8 % im Vergleich zum Vorjahr auf 15,4 Milliarden Real, was auf anhaltende Schwächen bei den Verbrauchern und eine verringerte Filialfläche zurückzuführen ist.
Der Chief Executive Officer Tulio Oliveira erklärte, dass die Gesellschaft Fortschritte bei der Stabilisierung der operativen Aktivitäten macht, wobei Kostensenkungsmaßnahmen und Vermögensverkäufe zum verbesserten Cash-Flow-Position beitragen. "Wir sehen erste Anzeichen einer Erholung, aber der Weg bleibt herausfordernd", sagte Oliveira in einer Erklärung.
Americanas meldete einen Nettoverlust von 1,1 Milliarden Real für H1 2026, der sich von einem Verlust von 2,3 Milliarden Real im H1 2025 verringerte. Die Gesellschaft gab an, dass der geringere Verlust auf niedrigere Restrukturierungs-Kosten und verbesserte Lagerverwaltung zurückzuführen sei.
Analysten hoben hervor, dass der Umschwung zwar ermutigend sei, die Schuldenlast der Gesellschaft jedoch ein wesentlicher Risikofaktor bleibe. Americanas hat etwa 40 Milliarden Real an ausstehenden Schulden, wobei Verhandlungen mit den Gläubigern zu einer Restrukturierung der Verpflichtungen in Gang gesetzt wurden.
Die Aktien des Einzelhändlers, die an der B3 gelistet sind, sanken um 2,1 % im frühen Handel am Dienstag, unterliefen dabei den breiteren Markt. Investoren bleiben vorsichtig, da die Unsicherheit über den Tempo der Erholung und die Wirksamkeit des Restrukturierungsplans anhält.
Americanas hat ein mehrjähriges Umschwungskonzept umgesetzt, das unter anderem die Schließung von Filialen, die Verhandlungen mit Lieferanten und die Digitalisierungsinitiativen umfasst. Die Gesellschaft strebt eine Rückkehr in die Gewinnzone bis 2027 an, wobei Analysten jedoch darauf hinweisen, dass sich die makroökonomischen Bedingungen und die Verbrauchertrends auf die Fristplanung auswirken könnten.



