Der Einstieg von Airtel Money bei der Londoner Börse ist ein bedeutendes Ereignis – es ist die grösste Aktienplatzierung in London seit fünf Jahren. Der Zahlungsverarbeiter, der in 13 afrikanischen Ländern tätig ist, wird auf 6 bis 7 Milliarden Pfund geschätzt. Diese Platzierung signalisiert aber kein definitives Ende der Anmeldungsflaute von Londoner Unternehmen bei den Behörden.
Airtel Money ist eine mit 78 % im Besitz von Airtel Africa, einem etablierten Unternehmen aus dem FTSE 100 mit einem Marktkapital von 11,3 Milliarden £, das letztlich unter der indischen Milliardär Sunil Bharti Mittal steht. Dies bedeutet, dass die Notierung für London ein wichtiger Faktor in der Wettkampfführung gegenüber anderen Standorten war. Das Airtel/Bharti-Kollektiv hatte auch den Nahen Osten, die USA und den Rest Europas in Betracht gezogen, aber London war aufgrund seiner grossen Kapitalreserven und der Begeisterung der Investoren für Fintech-Unternehmen und afrikanische Unternehmen klarer Favorit.
Ian Ferrao, der Geschäftsführer von Airtel Money, betonte die Vorteile Londons, einschliesslich der grossen Kapitalreserven, der Begeisterung der Investoren für Fintech-Firmen und des allgemeinen Verständnisses für afrikanische Unternehmen. Gleichzeitig war die Notierung auch erwartet, angesichts der engen operativen Verbindung zwischen Airtel Money und Airtel Africa.
Airtel Money ist aus dem Telekommunikationsgeschäft von Airtel Africa hervorgegangen und verfügt über 75 Millionen potenzielle neue Kunden, die die Nutzerbasis ausweiten können, zusätzlich zu den bereits bestehenden 53 Millionen monatlich aktiven Nutzern. Das Unternehmen verfügt über wenig Kapital, umwandelt einen erheblichen Teil seines Ergebnisses in Bares und wächst mit rund 20 % im Jahr. Dies macht es für bestehende Aktionäre, darunter die Minderheitsaktionäre TPG, Mastercard, die Qatar Investment Authority und Chimetech Holding, zu einer attraktiven Gelegenheit.
Für London geht es beim Aktienlisting vor allem um den Vertrieb von namhaften Unternehmen, wobei das Wettbewerbsumfeld aus den ausländischen Märkten schwieriger ist. Die grosse Nummer ist Norwegiens Visma, eines der grössten Softwareunternehmen Europas. Die Aktiennotierung wird aufgrund des sogenannten „Claude-Crash“, also des Verkaufshypes in Datenbranchen, die nach Einschätzung von Experten von KI-Tools bedroht sind, bereits in diesem Jahr verschoben. Die Bewertung von Visma lag vor einem Jahr bei knapp 20 Milliarden Euro (17,2 Milliarden Pfund), was sie zu einem Top-Ziel macht. Als Notierungsstandort für Visma sind London, Stockholm und Amsterdam im Gespräch. Ein Gewinn bei dieser Notierungsaktion könnte auf eine positive Entwicklung der Anziehungskraft Londons hinweisen.










