Die Blut-Hirn-Schranke stellt eine zentrale Barriere für die Arzneimittelentwicklung dar: Rund 98 % der kleinen Moleküle und fast alle großen biologischen Wirkstoffe gelangen nicht in ausreichender Konzentration ins Gehirn. Dies limitiert die Wirksamkeit potenzieller Therapien, insbesondere bei neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Rückenmarksverletzungen. Drei Unternehmen – Roche, Denali Therapeutics und NurExone – verfolgen unterschiedliche Ansätze, um diese Hürde zu überwinden: Roche setzt auf eine bispezifische Antikörper-Technologie, die über den Transferrinrezeptor die Blut-Hirn-Schranke überwindet. In einer frühen Phase-III-Studie erreichte ein Wirkstoffkandidat bei 91 % der Probanden in der 3,6-mg/kg-Dosisgruppe unter dem PET-Schwellenwert für Amyloid-beta, was auf eine hohe Penetration hindeutet – allerdings noch ohne klinischen Nutzenbeweis. Die Firma prüft den Wirkstoff, Trontinemab, nun in Phase-III-Studien, in denen Kognition und Alltagsfunktionen entscheidend werden. Denali Therapeutics nutzt ebenfalls den Transferrinrezeptor, um verschiedene Wirkstoffe zu transportieren. Im März 2026 erhielt AVLAYAH eine beschleunigte FDA-Zulassung für neurologische Manifestationen des Hunter-Syndroms bei pädiatrischen Patienten – das erste Medikament einer neuen Wirkstoffklasse, die gezielt den Transferrinrezeptor für die Blut-Hirn-Schranke nutzt. Im ersten Volljahresumsatz erzielte das Produkt 3,6 Mio. US-Dollar Nettoumsatz. NurExone Biologic setzt auf eine andere Strategie: Die ExoTherapy-Plattform nutzt Exosomen – natürliche Transportvesikel aus mesenchymalen Stammzellen – die gezielt mit Wirkstoffen beladen werden. Der führende Kandidat ExoPTEN soll bei akuten traumatischen Rückenmarksverletzungen eingesetzt werden und enthält eine gegen PTEN gerichtete siRNA. In einer 2024 veröffentlichten präklinischen Studie wurden markierte ExoPTEN-Partikel nach Gabe an Ratten auch mehrere Tage nach Verletzungen im Rückenmark nachgewiesen, was die Fähigkeit der Vesikel zur gezielten Therapie zeigt. Allerdings bleibt die Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen noch unbewiesen. NurExone plant eine intrathekale Verabreichung, was von einer systemischen Passage über die Blut-Hirn-Schranke abweicht. Während Roche und Denali auf molekulare Shuttles setzen, die bestehende Rezeptoren nutzen, kombiniert NurExone natürliche Transportmechanismen mit lokaler Applikation. Die Unternehmen sind keine direkten Konkurrenten, sondern illustrieren, wie unterschiedlich das Problem der Blut-Hirn-Schranke gelöst werden kann. Für NurExone bleibt jedoch noch viel zu beweisen: Reproduzierbare Herstellung und Beladung der Exosomen, gezielte Wirkstoffabgabe sowie Sicherheit und Wirksamkeit in klinischen Studien. Denali hat bereits gezeigt, dass Transporttechnologien regulatorisch relevant werden können; Roche demonstriert die Notwendigkeit klinischer Tiefe. NurExone steht noch am Anfang dieses Nachweises.
Roche, Denali und NurExone entdecken neue Wege zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke
Drei Biotech-Firmen entwickeln innovative Strategien, um Wirkstoffe ins Gehirn zu transportieren – von Antikörper-Shuttles bis zu Exosomen-basierten Therapien.
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Sophie Laurent · FX & Rates Desk · 16 Sept 2026 · 17:52 · 2 min read
This article was produced with AI assistance and edited by a Finance Review Daily journalist.
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Sophie Laurent
FX & Rates Desk
Sophie covers currency markets and central bank policy across Europe, with a focus on how rate decisions ripple through FX pairs. She has been tracking the ECB's policy path since the start of the current easing cycle.
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