Bodycote, ein in Macclesfield ansässiger Anbieter von Wärmebehandlungs-und metallurgischen Technologien, hat sich auf einen Übernahmeantrag von 1,65 Milliarden britischen Pfund von der US-amerikanischen Private-Equity-Firma Veritas geeinigt, und zwar zu einem Kurs von 940 Pfund je Aktie. Das Unternehmen ist mit Schulden in einer Bewertung von 1,85 Milliarden britischen Pfund zu haben. Die Aktien schloss am Dienstag bei 955 Pfund, womit zu vermuten ist, dass der Markt einen konkurrierenden Bieter, CVC Capital Partners, als potenziellen Konkurrenten sieht.
Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 25 % gegenüber dem Kursniveau vor der Angebotseinreichung, obwohl die Analysten von RBC darauf hinwiesen, dass die Bewertung nicht besonders grosszügig war. Das implizite Ergebnismultiplikator entspricht dem 10-Jahres-Durchschnitt von Bodycote, trotz der jüngsten Ergebnisse des Unternehmens. Die DirektorInnen von Bodycote heben die Fortschritte im Rahmen ihrer Strategie für 2024 hervor, in deren Rahmen Gewinnmargen von über 20 % und eine Kapitalrendite von 15 bis 20 % im Cyklus erzielt werden sollen. Die Gruppe hat ihren Aktionären ausserdem 120 Millionen Pfund zurückbezahlt durch Aktienrückkäufe und sich dabei eine 38-jährige Serie des Dividendenwachstums gesichert.
Das Unternehmen erwähnte strukturelle Herausforderungen auf den Automobil- und Industriemarkten sowie makroökonomische Unsicherheiten als Risiken für seine mittelfristigen Ziele. Der Verwaltungsrat hob seine Vertrauen in die Umsetzung der Strategie hervor, lieferte aber keine aktualisierte Guidance. Das Potenzial für ein höheres Gebot von CVC bleibt eine wichtige Variable, obwohl bis dato keine offizielle Offerte eingereicht wurde.
Bodycotes Ausstieg folgt auf eine Reihe von Firmen mit notiertem London-Standort, die in diesem Jahr den öffentlichen Markt verlassen haben, darunter Gamma Communications und Capricorn Energy. Dieser Trend unterstreicht die Besorgnisse über den schrumpfenden Industriestand in Grossbritannien und die mangelnde politische Reaktion auf den zunehmenden Trend privater Kapitalbeteiligungen. Ein neuerer Bericht von Peel Hunt identifizierte über 150 Angebote für britische Unternehmen, die mehr als 100 Millionen Pfund wert sind, seit Anfang 2023, doch Westminster hat wenig Dringlichkeit gezeigt, das Problem anzugehen.
Diese Transaktion bedeutet einen weiteren Verlust für den Londoner Markt. Bodycote betreibt 130 Standorte in 22 Ländern und beschäftigt 4.000 Mitarbeiter. Während die Beteiligung durch Private-Equity-Investoren die langfristige Wachstumsstrategie unterstützen könnte, zeigt die Transaktion, welche Herausforderungen die mittelgrossen britischen Industrieunternehmen im Hinblick auf die Erhaltung ihrer Unabhängigkeit haben.












