US-Rohölbestände steigen um 2,9 Millionen Barrel: API
Unerwarteter Anstieg der wöchentlichen Lagerbestände widerspricht vorherigen Rückgängen und belastet die Preise vor den offiziellen Daten.

Die US-Rohölbestände sind in der vergangenen Woche um 2,9 Millionen Barrel gestiegen. Das geht aus Daten hervor, die der American Petroleum Institute (API) am Dienstag nach Börsenschluss veröffentlichte – und die damit die Erwartungen der Analysten auf einen Rückgang enttäuschten.
Der unerwartete Anstieg markiert den fünften Rückgang in Folge und stellt gleichzeitig den stärksten Zuwachs seit Mitte März dar. Reuters hatte zuvor mit einer Abnahme um 1,5 Millionen Barrel gerechnet. Die Diskrepanz unterstreicht einmal mehr die Volatilität der Ölmarkt-Grundlagen.
Laut API-Bericht – der zwar nicht offiziell, aber als Vorläufer der Regierungsdaten genau beobachtet wird – sanken die Bestände an Benzin um 1,8 Millionen Barrel, während sich die Vorräte an Mitteldestillaten um 1,1 Millionen Barrel verringerten. Die Auslastung der Raffinerien ging leicht auf 88,6 % zurück, nachdem sie in der Vorwoche noch bei 89,1 % gelegen hatte. Dies deutet auf eine schwächere Nachfrage bei stabiler Verarbeitungsaktivität hin.
Nach Veröffentlichung der Daten gaben die Ölpreise nach. Die Futures auf West Texas Intermediate (WTI) verloren in elektronischen Handelsphasen 0,7 % und notierten bei 78,45 US-Dollar pro Barrel. Brent-Rohöl-Futures gaben um 0,6 % nach und standen bei 82,70 US-Dollar pro Barrel. Die Verluste setzten damit die Abwärtsbewegung vom Montag fort, als die Preise aufgrund von Sorgen um die Nachfrageentwicklung in China und einen stärkeren US-Dollar bereits nachgegeben hatten.
Die US-Energy Information Administration (EIA) veröffentlicht ihren offiziellen Lagerbericht am Mittwoch um 16:30 Uhr MEZ. Die Daten sollen weitere Klarheit über die Markttrends liefern. Die API-Zahlen weichen zwar oft von den Regierungsdaten ab, doch Überraschungen in beiden Berichten können kurzfristige Preisschwankungen auslösen.
Analysten führen den Anstieg der Rohölbestände auf höhere als erwartete Importe und schwächere Raffinerieauslastung zurück. Die genauen Gründe werden jedoch erst im EIA-Bericht detailliert dargelegt. Der unerwartete Lageraufbau verschärft die jüngsten Belastungen für die Ölmärkte, darunter ein hohes globales Angebot und vorsichtige Konjunkturaussichten in wichtigen Verbraucherregionen.
Die Daten fallen in eine Phase, in der sich OPEC+ auf sein nächstes Treffen im Juni vorbereitet. Dort soll die Gruppe die Auswirkungen ihrer Produktionskürzungen auf die Marktstabilisierung bewerten. Händler werden den EIA-Bericht genau prüfen, um zu erkennen, ob es sich bei dem Lageraufbau um eine einmalige Anomalie oder den Beginn eines breiteren Trends handelt.
Sophie covers currency markets and central bank policy across Europe, with a focus on how rate decisions ripple through FX pairs. She has been tracking the ECB's policy path since the start of the current easing cycle.
Mehr von Sophie Laurent →

