Union Pacific, einer der größten US-Fracht-Eisenbahnen, wandelte die Treibstoffkostenrückzahlungskosten, die ursprünglich dazu dienten, steigende Treibstoffpreise während des Iran-Oil-Shocks 1979 auszugleichen, in einen Gewinnzweig um, wie Dokumente, die Reuters überprüft hat, zeigen.
Diese Zuschläge, die als vorübergehende Mechanismus eingeführt wurden, um höhere Treibstoffkosten an Kunden weiterzugeben, wurden später beibehalten und über ihren ursprünglichen Zweck hinaus erweitert. Interne Unternehmensakten weisen darauf hin, dass Union Pacific diese Gebühren systematisch erhöhte, selbst als sich die globalen Ölpreise stabilisierten, und sie in einen konsistenten Einnahmestrom verwandelte, der von den operativen Kosten getrennt ist.
Diese Praxis kam ans Licht, als Reuters archivierte Dokumente, einschließlich regulatorischer Einreichungen und interner Memo, überprüfte, die zeigen, wie die Eisenbahn die Zuschlagsberechnungen anpasste, um höchstmögliche Renditen zu erzielen. Während die Gebühren ursprünglich an Schwankungen im Dieselkraftstoffpreis gekoppelt waren, löste Union Pacific über die Zeit hinweg diese Verbindung auf und ermöglichte so dem Unternehmen, zusätzliche Margen zu erzielen.
Die Enthüllung folgt der Kritik an den Preispraktiken der Eisenbahnindustrie, insbesondere in Sektoren, in denen Treibstoffzuschläge ein Standardbestandteil von Verträgen geworden sind. Union Pacific hat die Höhe der aus diesen Gebühren erzielten Gewinne nicht öffentlich bekannt gegeben und Vertreter haben auf Anfrage keine Stellungnahme abgegeben.
Der Fall unterstreicht breitere Bedenken hinsichtlich der Transparenz und Fairness von Treibstoffkostenrückzahlungsmechanismen in regulierten Branchen, in denen solche Zuschläge oft als Durchleitungskosten dargestellt werden und nicht als Gewinnantrieb.



