UBS senkte SAP von Buy auf Neutrale und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich des Tempos, mit dem das Unternehmen Kunden schon einsatzbereite Agenten-KI-Lösungen zur Verfügung stellt. Die Schweizer Bank erhöhte ihr Kursziel von 164 auf 201 Euro und verwahrt eine vorsichtige Haltung gegenüber den kurzfristigen Ausführungsrisiken von SAP.
Der Analyst Michael Briest hob den Fortschritt von SAP bei der Einführung der KI hervor und erwähnte 17 benutzerbereite Agenten, die bisher bereitgestellt wurden, sowie 15 in Bearbeitung. Die Bank bezieht die Zielsetzung von 200 Agenten bis Jahresende als ambitioniert ein, angesichts der Komplexität des SAP-Clientenstamms für die Unternehmensressourcenplanung (ERP). Grosse Kunden betreiben oft mehrere ERP-Instanzen in privaten Clouds mit benutzerdefinierter Kodierung, die die Sichtbarkeit des Systems einschränkt und technische Hürden für eine schnelle Integration von KI schafft.
UBS wies auch auf mögliche Hindernisse im Cloud-Aufwuchs hin und prognostizierte eine Verlangsamung im zweiten Halbjahr. Die Erzeugung freier liquide Mittel wird laut Projektionsangaben unter dem Vorjahresniveau liegen, da die Migrationskreditabzüge die Profitabilität beeinträchtigen. SAP meldete eine Wachstumsrate von 24% für den Cloud-Umsatz im Rahmen der Erwartungen. Der aktuelle Cloud-Aufwuchs stieg um 26% und übertraf die Prognosen. Die operativen Gewinne fielen jedoch unter die Schätzungen von Wall Street aufgrund der Fusionskosten.
Andere Analysten haben ihre Prognosen nach den Ergebnissen des zweiten Quartals von SAP angepasst. Bernstein SocGen und TD Cowen senkten ihre Kursziele und behielten gleichzeitig die Bewertungen "Outperform" und "Buy". Gründe sind geringer margenschmächtige Erträge. KeyBanc senkte sein Ziel bei einer Neubewertung des Sektors trotz besserer als erwarteter Leistungen, während BMO Capital sein Ziel leicht erhöhte aufgrund des soliden Wachstums bei Cloud-Lösungen. Oppenheimer behielt seine Bewertung "In-Line" bei, und merkte an, dass die Ergebnisse die Erwartungen überzogen haben, obwohl der Branchen die Herausforderungen innewohnen.
SAP handelt derzeit zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,86. UBS hat eine langfristige Prognose für das Gewinnwachstum von 19 % CAGR bis 2028 festgestellt, was vom RISE-Migrationszyklus unterstützt wird, während die kurzfristigen Risiken weiterhin hoch bleiben.












